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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
Entstehung
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Sachsen.

Fehler zu begehen Raum zu gestatten.*) So schmerzvoll für das ganze Land derVerlust der Fürstenschule zu Pforta war (1815 vgl. Wiese das höhere Schulwesenin Preußen S. 267 ff.), um so ernstere Fürsorge trug die Regierung für die Ver-mehrung der Einkünfte der beiden ihr gebliebenen. Die Ausgleichung mit Preußengewährte dazu manche Mittel und Grimma ward von 80 auf 120 Alumnenstellenerweitert.**) Da die Stadträthe ihre Gelehrtenschulen bei der Steigerung der Ansprücheund Bedürfnisse kaum zu erhalten im Stande waren, wurde wenigstens ein Anfangmit Unterstützung von Staatswegen gemacht, indem 1824 die Stände für Zwickau,Chemnitz, Annaberg, Plauen, Schneeberg, wozu später auch Freiberg hinzukam, jährlich900 Thlr. verwilligtcn. Den Anstrengungen Friedrich Augusts I. und seiner Räthewar es auch zu verdanken, daß endlich die Schwierigkeiten, welche der Ausführung desvon Rudolf Vitzthum von Apolda am 21. Sept. 1638 errichteten Testamentsentgegenstanden, endlich hinweggeräumt wurden und am 16. März 1827 das Vitz-thum'sche Geschlechtsgymnasium in Verbindung mit der Blochmann'schenErziehungsanstalt ins Leben trat.***) Wir können wohl, was wir bei den frü-heren Perioden gethan, um eine annähernde Charakteristik des in den Gymnasien herrschen-den wissenschaftlichen Lebens zu geben, die Nennung der bedeutendsten Lehrer hier er-sparen, weil dieselbe gar zu viel Raum in Anspruch nehmen würde und den meistenLesern dieses Buchs die Männer noch in lebhafter Erinnerung sind. Sehr vielgeschah in der besprochenen Periode für das Volks schulwese n. Die beiden Gene-ralien vom 28. April und 23. April 1811 schufen Einrichtungen, welche fast dreißigJahre in Kraft blieben. Die Termine zur Konfirmation wurden zweimal jährlich fest-gestellt, Ostern und Michaelis, ff) Die Gemeinden wurden zur Anschaffung und Er-haltung der Schulmaterialien verpflichtet. Die jetzt in den Schulplan aufgenommenengemeinnützigen Kenntnisse wurde geboten in den öffentlichen Schulstunden zu lehren,weil viele Schullehrer durch Ertheilung von Privatunterricht sich einen Nebenverdienstverschafften. Für die gedeihliche Ertheilung des Unterrichts und genaue Ausführungder vorgeschriebenen Einrichtungen wirkte das Rescript vom 17. Mai 1816, indem esdie Visitation durch die Superintendenten und geistlichen Jnspectoren häufiger anzu-stellen gebot und dafür ein Regulativ feststellte, j-s) Was von Friedrich Augusts desGerechten Regierung schon oben als höchst bewundernswerth gerühmt ward, erhältdie glänzendste Bestätigung durch das Rescript, welches auf ständischen Antrag am16. Juli 1813, also mitten zwischen den Schlachten von Bautzen und Dresden, alsdas Land mit zahlreichen Kriegsheeren angefüllt war, erlassen ward. Eine vom Ober-consistorium zu verwaltende Schulkasse ward errichtet, aus Welcher Beihülfe zur Er-richtungneuer Schulen (wo die Schülerzahl oder andere dringende Ursachen die Trennungmehrerer bis dahin in einen Bezirk vereinigten Ortschaften nothwendig machte) oder zurAnstellung von Hülfslehrern, Unterstützungen bei Emeritirungen theils für die Emeriti,theils für die Substituten, Gratifikationen an verarmte Schullehrer, deren Wittwenund Waisen, Bestreitung des bei den Visitationen und Schulprüfungen nothwendigen

*) Gretschel III. 681.

**) Gretschel III. 628.

***) Seit 1861 ist dasselbe von der Blochmann'scheu Anstalt getrennt, das Alumnat erweitert,die Lehrziele und Einrichtungen den übrigen Gymnasien des Landes gleichgestellt worden. Nichtallein durch ihre überaus reiche Dotirung, sondern auch durch die ernste und tüchtige Durch-führung ihres Planes bildet die Anstalt eine der Zierden unsers Landes.

4) In den meisten Gegenden des Landes ist nur die Osterconfirmation üblich; aber imhöheren Gebirg, wo die Ortschaften und Gehöfte weit aus einander liegen, wird zweckmäßig diezu Michaelis festgehalten, da die Kinder während des Winters den Confirmandenunterricht inder Wohnung des Pfarrers regelmäßig nicht würden besuchen können. Uebrigens s. Gretschel III.S. 354 f.

-ff) Gretschel III. S. 681.