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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
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Sachsen.

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seine Werke den wissenschaftlichen Geist bedeutend gefördert haben und gewiß auch inseinem Heimatslande nicht einflußlos geblieben sind. Was wir oben von der Ver-wilderung des Studentenlebens erwähnt haben, läßt uns allerdings nicht erwarten,daß von dort brauchbare Lehrer in großer Zahl an die Schulen übergcgangen seien.*)In der That herrschte auch unter den Professoren der Universität ein bombastisches Zu-sammenstopfen nichts nützender Gelehrsamkeit und ein pedantisches Festhalten an her-gebrachter Methode. Und dem dagegen auftretenden Geiste wurde mit allen Mittelnentgegengearbeitet. Der ans Interpretation der heiligen Schrift und ein das Lebendurchdringendes praktisches Christenthum hinwirkende Philipp Jacob Spenerhatte seit 1686 als kurfürstlicher Oberhofprediger und Kirchenrath zu Dresden auf dieUniversität in Leipzig kaum Einfluß gewonnen und die OollsAia. xliiloffililieg. (A. Herrn.Francke) ins Leben gerufen, als die starren Orthodoxen, voran Joh. Bened. Carpzov,die Schließung derselben veranlaßten und nicht den geringsten Anlaß dazu gaben, daßer 1691 seinen Dienst in Sachsen mit dem kurbrandenburgischen in Berlin vertauschte.Der 1646 zu Leipzig geborene große Leibnitz verließ seine Vaterstadt, weil man ihmwegen seiner Jugend die Aufnahme unter die Beisitzer der Juristenfacultät verweigerte,und Christian Thomasius (geboren ebenfalls zu Leipzig 1655) zog durch seineAnsicht über die Hexenprocesse und den Versuch der ersten Vorlesung in deutscherSprache 1688 sich so viele Anfeindung zu, daß er 1694 nach Halle zu gehen und zuder Errichtung einer neuen bedeutenden Nebenbuhlerin gegen die heimatliche Univer-sität mitzuwirken vorzog.

Es folgt die Regierung Friedrich Augusts I. (16941733), des zweiten Sohnesvon Johann Georg II. Bekanntlich trat derselbe, um die polnische Königskrone auf seinHaupt zu erhalten, am 2. Juni 1697 zur katholischen Kirche über und 1712 that sein,gleichnamiger Sohn und Nachfolger denselben Schritt heimlich, bekannte sich jedoch am2. Juli 1717 öffentlich dazu. Es ist hier nicht der Ort darzulegen, welche Opferdas treue Volk der Sachsen für seines Fürstenhauses Glanz zu bringen hatte, nurdas eine erwähnen wir, weil es auch auf die Schulen Einfluß hatte. Der schwedischeEinfall 17061707 brachte so gewaltige Requisitionen über das Land, daß dieFürstcnschule zu Grimma gänzlich aus einander hätte gehen müßen, wenn nicht deredle Wilhelm von Vitzthum dies durch ein Darlehen von 100 Scheffeln Getreideverhütet hätte. **) Der Prachtliebe des Königs verdankt Sachsen manchen werthenKunstschatz, leider aber kam auch das Leben des französischen Hofes und Adels in dasLand und hat manchen vergiftenden Einfluß geübt. Es mag merkwürdig erscheinen,daß gerade aus dieser Regierung eine stattliche Anzahl gesetzlicher Bestimmungen überKirchen- und Schulsachen herrühren. Der Wunsch des Hofes, kund zu geben, wiemit dem Uebertritt des Fürstenhauses in Religionssachen keine Aenderung erfolgensolle, begegnete dem Streben der geistlichen Behörden und Stände, den Bestand unddie Ordnung dauernd zu sichern. Wir erwähnen, daß am 22. Mai 1713 ein umständ-licher Bericht darüber, wie der Schulordnung bisher nachgelcbt worden sei, wie diePrediger die Schulen besucht und ihre Aufsicht auf Wandel und Lehre der Schuldienergeübt, wie die Eltern ihrer Verpflichtung, die Kinder zur Schule anzuhalten, entsprochen unddas geordnete Schulgeld entrichtet haben, von allen Oberaufsichtbehörden erfordert wardund daß infolge davon am 24. November 1724 eine Instruction erschien, wie die In-

ch Fürsorge für die Zulassung zur Universität, namentlich von Stipendiaten, war wohl schonin den bisherigen Schulordnungen getroffen; der erste, welcher wirklich eine Art Maturitäts-prüfung einführte, war der Herzog Moriz von Sachsen-Zeiz, indem er den Abgang der Schülervon einem bei seinem Oberhofprediger zu bestehenden Examen abhängig machte. Gretsch. IIS. S20.

'*) Der edle Mann schenkte später das Darlehen und sein Gedächtnis wird noch jetzt dank-bar am Wilhelmstag gefeiert.

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