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Sachsen.
fach schlecht war und daß die Verwerthung bet der Menge der auf einmal ans deriodten Hand gelösten Güter und dem Mangel an Laarein Geld gewöhnlich nicht dasgewünschte Resultat ergab, um einerseits zu erklären, wie die Kirchen- und Schulkastenoft in Verlegenheit, ja dem Bankerott nahe waren, andererseits die Opfer, welche vonallen Seiten gebracht wurden, ins Licht zu stellen.*) Glücklich war Chemnitz, woder letzte Abt des dortigen Klosters, Hilarius, aus seinem Privatvermögen eine be-trächtliche Summe zur Unterhaltung der Stadtschule vermachte. Meist mußte manzur Verbesserung der Besoldungen und Unterstützung armer Schüler Einkünfte durchMittel beschaffen, welche später vielfachen wissenschaftlichen und sittlichen Nachtheilbrachten, wir meinen die regelmäßigen Singumgänge ans den Straßen und vor denHäusern, welche sich zu gewissen Festzeiten, z. B. Weihnachten und Neujahr, auf diebenachbarten, ja sogar ziemlich entfernte Dörfer erstreckten. Selbst in Leipzig wurdediese Einrichtung getroffen und 1541 ein besonderes Leichengeld für die Schulen einge-führt. Für die damalige Zeit ein großes Opfer war, daß zu einem neuen Haus fürdie Thomasschule 1441 fl. 17 kr. 3 Pf. von der Bürgerschaft zusammengebracht undvom Rathc noch 876 st. dazu hergegeben wurden. **) Der Beruf der Lehrer war einrecht saurer. Meist hatte derselbe allen Unterricht in einer Elaste zu ertheilen undmußte noch, ebenso um schwächeren und zurückgebliebenen Schülern nachzuhelfen, wiesein dürftiges Einkommen zu verbessern, mit Privatstunden sich befassen. Im Anfangbeschränkten sich die meisten Stadträthe in Bezug auf die Verbesserung ihrer Schulenauf die Einführung des lutherischen kleinen Katechismus und deutscher Lieder undgierigen erst dann zur Durchführung der von Luther und Melanchthon entworfenenSchulordnung über. Da diese nur drei Elasten hatte, so erklärt sich die geringe Zahlder Lehrer. Die Nikolaischule zu Leipzig hatte außer dem Rector zwei Collaboratoren,bei der schon frühzeitig als Musikschule betrachteten Thomasschule kam noch der Cantorhinzu. Für einzelne Gegenstände half man bei dem Mangel mehrer geeigneter Lehrerdamit, daß man für dieselben zwei, ja sämmtliche drei Elasten in eine einzige zu-sammenzog, wie z. B. auf der Thomasschule in Leipzig für das Griechische. Ein sehrwichtiger Vorgang geschah zu Chemnitz, wo allerdings durch das erwähnte Ver-mächtnis des Abts Hilarius reichere Mittel vorhanden waren. Adam Siber führtehier 1547 einen neuen Schulplan ein, der durch feste Einordnung des griechischenUnterrichts und Aufnahme der Dialektik und Rhetorik die Vorzüge der Fürstenschulenwenigstens zum großen Theil auf die Stadtschule übertrug. Zu seiner Durchführungwurden fünf Elasten errichtet und fünf Lehrer angestellt: außer dem Schulmeister(Rector) der Lupremus hauch Un-oäiäusculus, später Conrector), der Lucculnursus(Noäius, später Tertius), der Cantor und der Intimus. Immerhin wird man als einenicht unwichtige Neuerung zu betrachten haben, daß er 1549 neben dem JsokratesImciuni äigloAvs ulihuot minus seurriles empfahl. ***) Denn die Lectüre des Lucian istmit der von Siber gegebenen Beschränkung von vielen der tüchtigsten und einsichts-vollsten Pädagogen trotz vieler Anfeindungen immer von neuem mit Nutzen in dieGymnasien eingeführt worden und wenn ich auch der Ansicht bin, daß wir von denechten Klassikern so viel zu lesen haben, daß wir zu dem glänzenden Sophisten nicht
*) Wer Ackermanns Verzeichnis der Stiftungen (Leipzig bei B. G. Teubner) aufmerksamdurchgeht, wird die große Zahl der aus der Reformationszeit herrührenden frommen Stiftungenum so mehr bewundern, wenn er in Anschlag bringt, wie viele derselben im 30jährigen Kriegeverkommen und spurlos verschwunden sind.
**) Wenn der Rector der Nikolaischnle, Johann Mußler, sich der Rechtswissenschaft zuwandteund deshalb nach Italien wanderte (Gr. I. S. 616), so erkenne ich darin nicht Unzufriedenheitmit dem schlechten Gehalt, als vielmehr die Annahme der Schulstelle, um sich die Mittel zurAusführung eines längst gehegten Plans zu erwerben. In der That gilt Mußler als ein Kory-phäe der Rechtswissenschaft.
***) Palm: lllustris ülolckrmi äiseiplina S. 4. Kämmel a. a. O. S. 546.