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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
Entstehung
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Sachse«.

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Der Werth, den Melanchthon und Eamerarius auf das Studium der Geschichte legten,ward von Moriz recht Wohl erkannt. Man lächelt jetzt, wenn man liest, daß dieMethode des Wittenberger Carion, die gesammte Geschichte nach den vier Welt-monarchieen zu ordnen, damals als die einzig mögliche und noch lange Zeit als dienützlichste und zweckmäßigste anerkannt ward, man vergesse nur nicht, daß sie auf demBestreben einen inneren Faden in den Ereignissen zu suchen beruhte und demnachimmer eine Vorstufe zur tieferen Auffassung war. Wir brauchen hier nicht ausführ-licher darzulegen, daß eine der größten Thaten von Moriz 1543 die Errichtung derdrei Fürstenschulcn war daß wir von dreien reden, kann kein Wunder nehmen,da die dritte zu Merseburg schon damals projectirt und 1550 in Grimmas leer-stehendem Augnstinerkloster errichtet ward. Wir könnten hier doch nur Wenige un-bedeutende Nachträge bieten zu dem, was wir im Artikel Fürstenschulen gegebenhaben. Ehe wir zu der Wirkung übergehen, welche das gegebene Beispiel im eignenLande hatte, wollen wir der beiden Männer gedenken, welche den Namen pädagogischerReformatoren verdienen. Der eine Rivins hieß eigentlich Bachmann und war ausAttendorn in Westfalen gebürtig.*) Er wirkte zuerst als vierter Lehrer am Gymnasium(um diesen Ausdruck anticipirend zu gebrauchen) und gieng 1531 an die Schule zuAnnaberg, wohin ihm sein Schüler Georg Fabricins folgte. Hier machte ihmder Mönche Feindschaft längeren Aufenthalt nicht möglich. Er wandte sich nach demzu Herzog Heinrichs Gebiete gehörenden Marienberg, wo ihm jedoch der Rath an-geblich eine feste Anstellung zu geben nicht vermochte. Herzog Heinrich, welcher demRath zu Marienberg sein Verhalten ernstlich verwiesen hatte, berief ihn 1537 alsRector nach seiner Residenz Freiberg. Hier wußte der treffliche Mann sich einensolchen Einfluß zu verschaffen, daß er dem Prinzen August 1540 als Begleiter undMentor auf die Universität zu Leipzig beigegeben ward. Und Moriz hatte ihm sovertrauen gelernt, daß er ihn 1543 mit den Rathen Lr. Komerstadt und Ernst vonMiltitz zur Einrichtung der drei Fürstenschulen bestellte und ihm dann auch die Auf-sicht über dieselben übergab. Nicht minder ausgezeichnet, als praktischer Lehrer längerwirksam und aus reicher Erfahrung und klarem Denken die Grundzüge zu trefflichenOrganisationen schöpfend war Adam Siber, ein Schüler Melanchthons, welcher,nachdem er in Chemnitz und Freiberg trefflich gewirkt, der erste Rector **) der Fürsten-schule zu Grimma wurde. Es ist bekannt, wie dringend Luther die Stadträthe zurErrichtung von lateinischen Schulen aufforderte, und das durch die Fürstenschulen ge-gebene Beispiel wirkte aufmunternd, die eingezogenen Kirchengüter daraus zu verwenden.Entgegen den Vorstellungen, welche über den ungemeinen Reichthum der katholischenKirchen herrschen und von der Gegenpartei, um die Größe und das Unrecht der Be-raubung greller darzustellen, verbreitet worden sind, haben wir, ohne Nachläßigkeitund Eigensucht auf Seite der Säcularisirer für alle Fälle in Abrede stellen zu wollen,geltend zu machen, daß die Verwaltung der Kirchengüter in der letzten Zeit schon viel-

*) Daß er, der als großer Hellenist allgemein gepriesen wird, bei seiner Erklärung derClassiker nach Melanchthons Beispiel die Geschichte nicht unberücksichtigt ließ, entspricht der prak-tischen Richtung, welche er in seinen Büchern befolgt. Es war ihm nicht allein um die Erler-nung der Sprache zu thun, sondern um die Gewinnung eines nützlichen Inhalts. Deshalbbearbeitete er den lutherischen Katechismus griechisch (Kümmel, N. Jahrbb. 1867. Bd. X6VI. 2. Hft.S. ö13), gab eben so die Sprüche des Sirach heraus (Kümmel S. 544), in dem liber sobo-lastions ntilis et vnläs bonus den Theognis, des Pythagoras versus aursi und einige Gedichtevon Solon, Tyrtäus, Simonides und Kallimachus (Kümmel S. S45). Vgl. Baumgarten-Crusinsin dem schon einmal wegen Kraners Abhandlung angeführten Inbelprogramm der Fürstenschulezu Meißen 1843.

Der Titel Rector war an den Kloster- und Domschnlen schon eingefiihrt gewesen; vonder Reformation an ist der deutsche Schulmeister allein üblich und erst seit 1657 griff derlateinische wieder Platz. Gr. I. 6l7.