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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
Entstehung
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Sachsen.

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er 1502 die Universität Wittenberg stiftete. Ein neuer Geist kündigte sichschvn in der ersten Einrichtung an, indem das Princip der Eintheilung nach Nationenaufgegeben und die nach Facultäten eingeführt ward: derselbe gab sich ferner kund inden Berufungen der Lehrer und aus ihm gierig die so unscheinbare und doch so un-endlich folgenwichtige That vr. Martin Luthers vom 31. Oct. 1517 hervor, die,weil sie allein auf dem rechten Grunde ruhte, die schon so lang ersehnte und vergeb-lich erstrebte Kirchenverbesserung ins Leben rief. Wie die Reformation um ihresPrincips willen nothwendig die Volks- und Gelehrtenbildung erfassen mußte, welchetreffliche Grundsätze die beiden großen Reformatoren Luther und Melanchthonhegten und mit welchem Eifer sie sich des Werkes annahmen, welche nie genug zurühmenden Verdienste sich der letztere durch seine Schriften um den Unterricht erwarb,ist in besondern Artikeln gebührend dargestellt. Hier sind nur die Durchführungen indem Gebiete des jetzigen Königreichs Sachsen zu besprechen. Zunächst kamen dieWirkungen der 1527 veranstalteten Visitationen denjenigen Theilen zu gute, welche zumKurfürstenthum gehörten. In des Herzogs Georg Landestheilen wurde, so sehr sichder Regent dagegen sperrte, dennoch so manches davon gespürt. Luthers und Melanch-thons Schriften und die lutherische Bibelübersetzung wurden aller Orten eifrig studirt,die Klöster entleerten, die Kirchengüter und -Einkünfte minderten sich: leider wur-den zum großen Nachtheile für das Land die letzteren von ihren Inhabern, welchedoch die baldige Auflösung voraussahen, verschleudert, im eignen Interesse vergeudet,ja wohl gar entwendet. Während Georg gegen das Licht sich bis zu seinem Todescheu verhielt, fand es bei seinem Bruder, dem Herzog Heinrich dem Frommen,schon 1528 Eingang. Nachdem dieser seit 1530 die freiere kirchliche Richtung beför-dert hatte, trat er mit seinem kleinen Gebiet Freiberg 1536 offen der Reformationbei und sicherte sich gegen Georgs Anfeindungen durch den Beitritt zum schmalkaldi-schen Bunde 1537. Mit aller Freudigkeit unterstützte seine Bestrebungen der KurfürstJohann Friedrich, indem er ebenso ein einträchtiges Verfahren herzustellen, wiedie im eigenen Land gemachten Erfahrungen dem neuen Glaubensgenossen zu gutekommen zu lassen bedacht, mit Luthers Beirath eine Kirchenvisitation veranlaßte undden von Heinrich ernannten Commissarien, dem Prediger vr. Schenk, BürgermeisterAndreas Altenbeck und Anton von Schönberg, Georg Spalatin und Melchior vonCreutz (Ereutziger) beigab. Trotzdem der Herzog viele geistliche Güter zu weltlichenZwecken zu verwenden geneigt war, dagegen den Katholischen Präbendarien, den Dom-herrn, Mönchen und Nonnen für ihre Stellen Unterhaltung zu gewähren wenig Lusthatte, wäre doch das Werk gediehen, wenn nicht vr. Schenk durch die Willkür beiAnstellung von Geistlichen und abweichende Glaubenslehren viel verdorben hätte, wes-halb 1538 Spalatin, Jonas und LI. Leonhard Bayer mit der Vornahme einer neuenVisitation und mit der Einrichtung eines gemeinen Kastens, in welchen die Kirchenein-künste fließen und aus welchem die Kirchen und Schulen erhalten werden sollten,beauftragt wurden. Da starb Georg am 17. April 1539 und, so sehr jener dieszu verhindern gestrebt, Heinrich trat die Erbschaft der gesammten albertinischen Landean. Es handelte sich nicht mehr darum, daß in ihnen die Reformation Eingangfinden, sondern nur wie dieselbe durchgeführt werden sollte. Es wäre von allen übrigenVorgängen abweichend gewesen, wenn nicht auch hier dem Fürsten das Reformaticns-recht zugestanden worden wäre, wie denn dies am 12. August 1539 anerkannt wurde.Mit Recht war bei der Universität begonnen worden. Sie wollte ernsten Widerstand ent-gegensetzen, doch Luthers Predigt in der Stadt (Pfingsten 1539) gewann die Bürger-schaft, die Stimme des ganzen Landes erhob sich so laut für die Kirchenverbesserungnnd die Mächte, die man dagegen anrnfen konnte, hatten so wenig Lnst zum Ein-schreiten mit Gewalt, daß jeder Widerspruch verstummen mußte. Wiederum zeigte sichder Kurfürst Johann Friedrich bereit, zu fördern und zu helfen. Schon am 10. Juli.