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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
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Sachsen.

Eremitenordens, Andreas Prohles, ward zwar vom Kirchenbann getroffen, aberwelcher Geist in seinen Predigten lebte, sehen wir daraus, daß dieselben 1530 gedrucktwurden. *) Ein ähnliches Wirken für Verbesserung des christlich-kirchlichen Geistes wirdvon Matthias Döring, der den Franciskanerorden restaurirte, **) Johann ad iuäussins(von Hagen), Nikolaus Siphen und anderen gerühmt. Wie die Beziehungen zu Böhmendiesen Geist gefördert, wie aber auch die Fürsten, den Wohl erkannten Mißbrauchenvon Herzen feind, denselben zu schützen wußten, ohne mit der Kirche in offene Oppo-sition zu treten, wird bezeugt, indem Gregor von Heimburg, der trefflichste Fördererder Rechtswissenschaft und Meister der Redekunst, der, weil er von dem, wofür er mitden geistig begabtesten Männern, einem Aeneas Sylvins, einem Nikolaus von Cusa u. a.zu Anfang des Jahrhunderts gewirkt, daß das Concil über dem Papst stehe, alleinmit zäher Festigkeit nicht wich, von eben jenen seinen Genossen, die um der Befriedigungihres Ehrgeizes und ihrer Herrschsucht willen das Werk, an dem sie eifrigst gearbeitet,zu vernichten am geschäftigsten waren, mit allen Mitteln des Kirchenthnms nieder-getreten war, nachdem Georgs von Podiebrad, des Böhmenkönigs, Tod ihm die sichereZuflucht entzogen hatte, bei seines Schützers Schwiegersohn, Albrecht dem Be-herzten von Sachsen, Aufnahme fand und infolge der Verwendung der Fürstendes Hauses durch den Bischof von Meißen absolvirt, im August 1472 zu Dresden starbund in der dortigen Barfüßer- (jetzt Sophien-)Kirche die friedliche Ruhestätte fand.***)Wenn die Universität Leipzig, wie oben bereits erwähnt ist, dem neuen Geistesich lange entzog, ja demselben engherzig entgegenwirkte, so war dies nicht Schuld derFürsten, welche vielmehr alles für ihr Aufblühen thaten. Daß dieselbe 1438 um dievierte Facultät, die Medicin, durch die Anstellung zweier ordentlichen Professoren er-weitert ward, würde hier nicht zu erwähnen sein, wenn nicht Lei der damals herrschen-den Sitte, daß dieselben Männer sich mit den Studien möglichst aller Fachwissenschaftenbefaßten und nach dem damaligen Stand auch zu befassen vermochten, eine solche Er-weiterung zugleich als eine Förderung der allgemeinen Studien angesehen werden müßte.Die Sorgfalt, welche die Fürsten darauf wandten, die Universität päpstlichen Ein-mischungen zu entziehen und ihr die eigene Gerichtsbarkeit zu erhalten, hatte wohlihren ersten Grund in politischen Absichten, hat aber nicht wenig beigetragen, bedeu-tendere geistige und wissenschaftliche Strebsamkeit in ihren Mitgliedern zu erwecken.Die treue Fürsorge, welche Ernst und Albrecht in ihrer gemeinschaftlichen Regierungfür die Hebung der Universität trugen, verdient die rühmenswertheste Anerkennung-s),aber fast noch höher erscheint Albrecht, nachdem bei der Landestheilung Leipzig ihmzugefallen war, wie er mit den wichtigsten politischen Angelegenheiten beschäftigt unddadurch von seinem Lande in weiter Ferne festgehalten, sich um die Angelegenheitender Universität aufs sorgfältigste kümmert und über die Besetzung der Lehrstellen wieüber die eingerifsenen Mißbräuche von seinem Sohne Georg, dem er die Regierungs-geschäfte in der Heimat übertragen, Berichte erhält und Bescheide ertheilt.j-j-) Er be-greift die Forderungen der Zeit und die Bedürfnisse seines Landes, indem er Mathe-matik, die in Meißen wegen des Bergbaus schon längst geschätzt wurde, und Astro-nomie, überhaupt die praetioa, gelehrt wissen will, -s-j-s) Hätten die humanistischen Studien,welche in Italien aufgewacht, von Meißen fern bleiben sollen? Sie waren ja im übrigen

*) Böttiger I. S. 380.

**) Die Frauciskaner zu Meißen zeichneten sich durch Gelehrsamkeit und festes Auftretengegen Mißbrauche aus.

***) v. Langenn, Herzog Albrecht der Beherzte S. 65Kg u. 86.ch) v. Langenn a. a. O. S. 385.s-s) v. Langenn a. a. O. S. 389331.

140 v. L. a. a. O. S. 39 t. Eine Professur für Mathematik ward erst unter dem KurfürstenMoriz errichtet.