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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
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Religiöse Unterweisung in der Familie.

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ten, ein christlich Leben zu führen. Solche Weise zu predigen haben (als sichs ansiehet)die Patriarchen in ihren Häusern gehabt, bei ihrem Gesinde; wie man liefet, daßAbraham, Isaak, Jakob, hin und wieder Altäre gebaut haben, Gott den Herrn anzn-rufen, das ist, daselbst hin sich zu versammeln mit ihrem Gesindlein, zu predigen, zubeten, Gott zu loben. Dahin mit der Zeit auch zugeschlagen die Nachbarn und um-liegenden Leute und Städte . . . Damit ist aus der Hauspredigt eine Pfarrpredigtworden rc. Wie wir auch sehen in der Apostelgeschichte und Matth. 10 Christus alsobefiehlt, daß der Apostel Predigt auch ernstlich in den Häusern geschehe, und also dieNachbarn dazu kommen, endlich mit ganzen Städten und Ländern." Dieses organischeHerauswachsen der Kirche aus dem mit Gottes Wort versehenen Hause offenbartsich neben der Predigt und dem Katechismus auch in dem dritten Hanptmittel, welchesLuther für die Erbauung der Gemeinde geschaffen, in dem Lied. Daß er das Liednicht bloß in der Kirche gesungen haben wollte, sondern auch im Haus, darauf deutetnicht bloß seinKinderlieb auf die Weihnachten vom Kindlein Jesu" hin:VomHimmel hoch da komm' ich her" und seinKinderlied, zu singen wider die zween Erz-feinde Christi und seiner heiligen Kirche, den Papst und den Türken," das Lied:Er-halt' uns, Herr, bei deinem Wort," das hat er durch dieCantorey" in seinem eigenenHause kräftig bewiesen. Der Hauston, der neben dem Kirchenton von Luther ange-schlagen ward, klingt in dem deutschen geistlichen Liede der folgenden Zeiten fort. Wiefamilienhaft traulich ist das Lied des Nicolaus Hermann, wie häuslich sind die meistenMorgen- und Abendlieder der folgenden Zeit, wie rührend sind die Woite, mit denenein Johann Herrmann den Tod seines Weibes beklagt:Ich glaub' und red' es ohneScheu: die best' ist die getraute Treu! die muß ich jetzt entrathen." Und in PaulGerhardts Liedern hören wir dann in vollendeter Weise der Kirche Wort im häuslichenTon wiederklingen und erfreuen uns in ihm einer solchen Verschmelzung nicht alleindes Geistlichen und Volksthümlichen, sondern auch des kirchlichen und häuslichen Lebens,das ohne Gottes Wort im Hause nicht zu denken ist. Das göttliche Recht desHauses auf dem Gebiete des religiösen Lebens, welches Martin Luther siegreich durch-gekämpft und welches in der kirchenrechtlichen Lehre durch den neben den stntus xoiiticmsund öeelssinLtiLus gestellten 8tntu8 oooonomicrm seine Anerkennung gefunden hat, dashauspastorliche Recht ward doch auch in der evangelischen Kirche nicht alsbald solebendig geübt, wie man es aus dem großen Antriebe der Reformation hätte schließensollen. Es ist das Verdienst des Spener-Franckeschen Pietismus, daß er dem8tatu8 vS6onomiou8 das Wort kräftig redete, das Priesterthum aller Gläubigen auf-weckte und die Kirche in lebendige Verbindung mit dem Hause brachte. Innerhalb derKirche zeigten sich Erscheinungen, wie in der apostolischen Zeit und in der Zeit derVerfolgung: Häuser, deren Bewohner Gottes Wort fleißig trieben und in welchen sichGleichgesinnte zur Erbauung versammelten. Man drang entschiedener auf Hausgottes-dienst, man verbreitete die Bibel geflissentlich durch Bibelanstalten, man gab Auszügeaus ihr durchSchatzkästlein," man wandte der Jugend seine Aufmerksamkeit zu, manließ sich nicht daran genügen, daß das Wort der Predigt in der Kirche auf die ganzeGemeinde fiel, wie ein Gewicht, man suchte es aus dem Gehör in die That, aus demKopf ins Herz zu bringen, man sprach darüber, man fragte und antwortete. Und inden Häusern, in welchen der Geist Speners und Franckes waltete, wie etwa in demHause der Großmutter Zinzendorfs, fehlte es nicht an religiöser Unterweisung. Seit-dem sind wir durch den Rationalismus hindurchgegangen und in einer Zeit angelangt,in welcher die mannigfaltigsten Richtungen des religiösen Lebens sich durchkreuzen, inWelcher aber kaum irgend eine auf dem Evangelium beruhende Richtung an der Pflichtder Familie zweifeln dürfte, auch an ihrem Theil für die religiöse Unterweisung imHanfe besorgt zu sein.

Wie soll dieselbe geschehen? Zunächst haben wir den Hausgottesdienst alsein Mittel religiöser Unterweisung anzusehen. Während derselbe einerseits dazu dient,