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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
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Religiöse Unterweisung in der Familie.

Uebcr den Zusammenhang der abnormen psychischen Reizbarkeit mit geschlechtlichenReizungen ist im ArtikelGeschlechtliche Verirrungen" gesprochen.

Endlich die Ursachen einer ungenügenden Ernährung liegen theils in wirklich nachArt und Menge unzulänglichen Nahrungsmitteln, theils und hauptsächlich in den zahl-reichen bei derKörperlichen Erziehung" erörterten Einflüssen, welche die Energie dervegetativen Vorgänge abschwächcn.

Für den Erzieher ist die Hauptbedingung einer richtigen Behandlung der Kinderund jungen Leute, welche in verschiedenem Grade die Erscheinungen habitueller, derConstitution angehörender oder eigentlich krankhafter nervöser, zunächst psychischerReizbarkeit darbietcn, das Verständnis der materiellen Grundlage dieser Störungen;bei den höheren Graden hat der Erzieher zunächst keine andere Aufgabe zu erfüllen,als die leidenden Individuen der ärztlichen Behandlung zuzuweisen und den Arzt beiden Eltern zu unterstützen, wenn diese sich seinen strengen Forderungen, namentlichdem Gebot, daS Turnen für einige Zeit zu unterbrechen, nicht fügen wollen.

Auch bei den niederen Graden ist die öffentliche Schule und eine geschlosseneErziehungsanstalt nicht geeignet; der Verkehr mit den gesunden, muthwilligen Alters-genossen führt zu Reibungen und steigert leicht die Grämlichkeit oder Empfindlichkeit;der Hauptgrund gegen die gemeinsame Schulbildung und Erziehung ist aber das Er-fordernis eines individuellen Plans für das Lernen, die Beschäftigung überhaupt unddie ganze pädagogische Führung. Für das Maß der Ansprüche an das Lernen istdie individuelle Leistungsfähigkeit bestimmend; bei der Beschäftigung ist auf die Nei-gungen des Einzelnen zu achten, weil damit am leichtesten die Einwilligung und dieTheilnahme für eine zugleich den Zwecken der Gesundheitspflege und des Bildungs-planes dienende Ausfüllung der Zeit gewonnen wird.

Bei der sittlichen Führung ist freilich mit großer Geduld und Milde gegenüberden Aeußcrungen der Verstimmung und Unlust zu verfahren, es wäre aber verkehrt,wollte man die körperlich begründete Reizbarkeit oder' Verdrossenheit durchaus gewährenund zu einem Fehler des Charakters heranwachsen lassen. Ein sorgfältiger Beobachterwird leicht erkennen, inwieweit das Spiel der moralischen Unart zu dem pathologischbegründeten Misvcrhalten hinzutritt und nach dem bei allen Nervenleiden ähnlicherArt geltenden Grundsatz muß man einzelnen willkürlichen Uebertreibungcn des Affectsrasch und entschieden durch ein ernstes Wort, auch ein strengeres Zuchtmittel entgegen-tretcn; jeder Mediciner weiß, welche guten Dienste im rechten Augenblick ein GlaSWasser, das man ins Gesicht schleudert, bei einem absichtlich gesteigerten hysterischenAnfall hervorbringt. Das ganze Verhalten des Erziehers ist ferner auf die Kräftigungder Willensherrschaft über die psychische Verstimmung zu richten und liegt die Schwie-rigkeit im Anwenden dieses allgemeinen Grundsatzes auf die fraglichen Zustände nurin den großen Schwankungen des Befindens und der Stimmungen des Gemeingefühls.

R. Köhler.

Nettcskartcn, s. Landkarten.

Religiöse Unterweisung in der Familie. Daß in der Familie religiöse Unter-weisung statt finden muß , darüber kann in der christlichen Erziehungswissenschaft keinZweifel sein. Das Haus ist die von Gott geordnete erste Pflegstätte des religiösenLebens und auf dem Gebiete der Offenbarung kann dies Leben nnr durch Unterwei-sung gedeihen. Die unmittelbaren Einflüsse der Familienfrömmigkeit als der das Haus-erfüllenden geistlichen Luft, wie sie ohne geschehene Unterweisung nicht möglich wären,können nur durch mitfolgende Unterweisung Klarheit, Bestimmtheit und Nachhaltigkeitempfangen. Der Glaube kommt aus der Predigt, die Predigt aber aus dem WorteGottes. Die Predigt, auch in der einfachsten Gestalt des elterlichen Gesprächs mitden Kindern doch immerhin Predigt, geschieht eher im Hause als in der Kirche.Das Haus bleibt, wenn die Kirche geworden ist als die Gemeinschaft der Gläubigenaus vielen Häusern, immer ein Kirchlein in der Kirche. Den Hausvätern ist zunächst