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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
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Rciscuntcrstntzung.

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wird er in derselben denken lernen, d. h. so sich dieselbe arteignen, daß für die Ge-danken von selbst und nngesucht die treffendsten Worte sich darbieten.*) Ter selb-ständige Gebrauch einer modernen Sprache gilt daher auch so sehr für das charakteri-stische Kennzeichen eines guten Lehrers derselben, daß manche zudem schädlichen Trug-schlüsse sich und andern gegenüber verleitet werden, daß man nur die fremde Sprachereden zu können brauche, um Lehrer darin zu werden.

Daß für den Lehrer der Naturwissenschaften das Reisen und Sammeln geradezuzum Berufe gehört, bedarf wohl keiner Ausführung. Der Geograph, Botaniker, Mi-neraloge, Geologe kann ja fast nur ans diese Weise seine Studien fortsetzen und dieseFortsetzung ist für jeden Lehrer unerläßliche Bedingung; während dagegen die Ver-folgung von Specialzwecken auf einer Reise, wie das Aufsuchen alter Urkunden oderwichtiger Oertlichkeiten für den Lehrer der Geschichte, oder alter Handschriften undarchäologischer Denkmäler für den Lehrer der Philologie nur in dem weiteren Sinnehieher zu gehören scheint, als jeder Fortschritt in den Detailkenntnifsen auch wiederder Schule zu gute kommt.

Dagegen dürfen diejenigen Reisen nicht übergangen werden, welche die Besich-tigung des Schulbetriebs in fremden Ländern zum Zwecke haben. Wohl istauch hiefnr in der Literatur einiger Ersatz geboten in den Programmen, in den statistischenVeröffentlichungen und systematischen Zusammenstellungen alles dessen, was sich aufdie Schule im ganzen oder einzelne Zweige derselben bezieht, wie sie je und je vonden Regierungen aus Veranlassung wichtiger Ereignisse und Wendepuncte im Schul-leben gemacht werden. Allein es ist doch ein ganz anderes, selbst zu sehen und zuhören, ob und wie der Geist der Verordnungen die Lehrer und Organe der Schuledurchdringt, deren Thätigkeit regelt und erfüllt; welche Schranken und Unterstützungenin der individuellen Ausstattung eines Lehrers für den Geist und die Ziele des Un-terrichts liegen; welchen Einfluß die Eigenthümlichkeitcn eines einzelnen Stammes, oftdie Interessen einer einzelnen Stadt auf den Unterricht haben; wie die Werthschätzungder einzelnen Lehrfächer und innerhalb derselben der einzelnen Partieen sich ausdrückt,wie weit die Erfolge und erlangten Resultate des Unterrichts den Vorschriften ent-sprechen, durch welche didaktische und disciplinäre Methoden sich am leichtesten unddurchgreifendsten die vorgesteckten Ziele erreichen lassen; wie sich das Verhältnis desLehrcrcollegiums unter sich, zur Dircction der Schule, zur Vorgesetzten Behörde u. s. f.gestaltet. Solche Reisen sind wahre Fundgruben pädagogischer und didaktischer Er-fahrung und erleichtern mehr als irgend ein anderes Mittel dem Lehrer eine nutz-bringende Verwerthung, weil er in den meisten Fällen sofort das Nachahmungswürdigesich aneignen und vor dem Mangelhaften und Fehlerhaften um so leichter sich hütenkann, je schärfer er es an andern beobachtet.**)

*) Das wird natürlich nicht erreicht, wenn sich der Reisende z. B. auch in Paris vorzugs-weise an die Kreise der deutschen Landsleute anschließt, wie man dies nicht wenigen nachsagt.Als ob das Französische am Boden hicnge oder in der Luft schwebte! D. Red.

**) Wenn man nach den publicirten Reiseberichten dieser Art und nach der Häufigkeit solcherfremden Zugvögel einen Schluß machen darf, so ist der Wunsch, die Schulen anderer Völkerkennen zu lernen und sich namentlich auch durch erfahrene und gewiegte Männer darüber berichtenzu lassen, in neuerer Zeit, abgesehen von den Deutschen, besonders lebhaft bei den nordischenVölkern, Russen, Schweden, Dänen, dann auch bei den Franzosen, theilweise den Engländern.Deutsch oder ins Deutsche übersetzt erscheinen freilich wohl die wenigsten von diesen Berichten.Wir nennen beispielsweise die Berichte von Jngerslev (Berlin I84l>, Krannhals (Riga 1864),Torön (Gotha 1865), Cousin (äs I'instrnetiou xnbligus äans guolgnes xazrs äs 1'L.IIsmaxnspsrtienliöismsnt sn krusss. kuris 1833. Vs lüiwtruotion xnbligus sn IloUanäs. kuris 1837.)Thiersch (über den gegenwärtigen Zustand des öffentlichen Unterrichts. Stuttgart und Tü-bingen 1838. 3 Bände), Nagel (Ulm 1844), Eisenlohr (über die Schullehrerbildungsan-

stalten Deutschlands. Stuttgart 1846). In Betreff solcher Schulbereisungen erlauben wir