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Rciseunterstützung.
Reiscimterstiitzllllgcn an Lehrer. Als führt Homer den Helden
seiner Odyssee ein, als den vielgewanderten und darum gewandten, als den weit umher-getriebenen und deshalb geriebenen, als den von Wind und Wellen wie in den Wechsel-fällen des Lebens verschlagenen Mann. Je enger der Gesichtskreis eines Volkes, jenaiver seine Vorstellungen von der Weite der Welt, desto wunderbarer erscheint ihmder Mann, der keck und kühn jene Grenzen überschreitet, im Kampfe mit unbekanntenMächten sich bewährt und als Sieger zurückkehrt, umflossen vom Zauber der Fremde.Zeigt daher schon jenes Heldengedicht, welcher Einfluß auf die Entfaltung der persön-lichen Eigenschaften von den ältesten Zeiten an einer Reise in der Welt zugeschriebenwurde, so giebt uns das, was die Alten von den Reisen eines Herodot, Plato, Pytha-goras u. a. erzählen, den Gedanken an die Hand, daß wir in wissenschaftlichen Reisenfür die Verbreitung der Cultur im allgemeinen nnd für die Bildung eines ganzenVolkes einen direct und entscheidend wirkenden Factor sehen dürfen. Nicht bloß umihre Kenntnisse in sprachlicher und geschichtlicher, in politischer und geographischer Be-ziehung überhaupt zu erweitern und so sich die Vortheile zuzuwcnden, welche sich denHandelsvölkern als Folge und Nebcngewinn ihrer Reisen von selbst ergaben, zogenjene Griechen in die Ferne, sondern es waren die mehr oder weniger schon zu Systemenentwickelten Sätze der Weisheit, es waren besondere Lehr- und Forschungsmethoden,die sie bei den an Erkenntnis und Wissenschaften vorgerückteren Nationen kennen zulernen suchten. Es war das Streben nach Wahrheit, das sie in die Ferne führte, cswaren die neuen Anschauungen und Ideen, die, dort von ihnen ausgenommen undverarbeitet, in ihnen selbst den Grund zu neuen Systemen der Erkenntnis legten, undes wurden so ihre Reisen ein Weg, auf dem sic sich für ihren inneren Beruf, Lehrerund Bildner ihres Volkes zu werden, tüchtig machten.
Eine ganz ähnliche Bemerkung drängt sich bei Betrachtung der Entwicklung auf,welche auch die übrigen Völker durchzumachen hatten, um in die Reihe der tonangeben-den Nationen einzutreten.
Es genügte den römischen Großen nicht, aus der Fremde Lehrer kommen zu lassen,welche ihre Söhne in die zur dereinstigen Uebernahme der Staatsämter nöthige Schul-bildung einzuführen hatten; diese zu vollenden, ward es Sitte, nach Griechenland undAsien zu gehen.
Auch das ganze Mittelalter hindurch, namentlich seit die Wissenschaften in ein-zelnen Städten als ihren Brennpuncten sich zu sammeln anfiengen, sehen wir wiß-begierige Jünglinge über die Pyrenäen und Alpen ziehen, um in Cordova und Salerno,in Bologna und Padua ihre Studien zu vollenden. Selbst als die neuerfundcneBuchdruckerkunst eine so große Leichtigkeit, die Gedanken schriftlich zu verbreiten unddie geistigen Errungenschaften eines Einzelnen zum Gemeingut der Völker zu machen,gewährte, und dadurch die Nothwendigkeit, aus dem Munde des Lehrers selbst dieWorte der Weisheit zu vernehmen, wesentlich verminderte, hörten die Besuche fremderUniversitäten und das Bedürfnis darnach doch nicht auf, vielmehr setzten Fürsten undKorporationen ihren Stolz darein, tüchtige Jünglinge mit den nöthigen Mitteln dazuauszustatten, und die Universitäten selbst trafen Vorkehrungen, den fremden Gästenden Aufenthalt zu erleichtern. Für beiderlei Zwecke wurden besondere Stiftungengemacht.
Und in der That ist es ein anderes, die Schriften eines Mannes zu lesen, einanderes, seine Worte zu hören. Dieselbe Note ist es, die der Violine, Flöte undPosaune den Ton vorschreibt, und doch welch großer Unterschied ist es, auf welchemdieser Instrumente ein Stück gespielt wird? Das abgeblaßte Wort der Schrift, nochmehr des Drucks kann Wohl einen Gedanken in einem Satze wiedergeben, aber dasunwägbare Moment, das die ganze Erscheinung eines Mannes, sein Blick, seine Stimme,durch welche er die Schwingungen seines Gemüthes und Herzens, seine Begeisterungdem anwesenden Schüler in die Seele zu strahlen vermag, an seine Worte heften,