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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
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reu Tagen mit in ihren Erziehungsplan ausgenommen. Auch unsere Lehrerseminarewissen davon zu erzählen.

Der Hanpteinwand, der sich gegen solche Reiseausflüge erheben läßt, dürfte wenigervon pädagogischer als von ökonomischer Natur sein. Reisen kostet Geld. Zwar fordertauch der pädagogische Zweck für solche Ausflüge möglichste Sparsamkeit. Das junge Volksoll nicht hinaus, um sich an den Wirthstafeln gütlich zu thun, sondern soll eher gewohntenComfort entbehren. Trotzdem verbieten die Verhältnisse mancher Eltern alle und jede Aus-gabe, die über das Nothwendige hinausgeht. So werden denn weitere Ausflüge nie aufallgemeine Einführung zu rechnen haben. Privaterziehungsanstalten genießen hierin einenVorzug. Ihre Zöglinge kommen meist aus »ermöglichen Häusern; da machen die Mittelkeine oder wenig Schwierigkeiten. Man kann daher die pädagogischen Reisen immerhin mitPalmer (Pädag. S. 200) als Luxusartikel gelten lassen, wenn gleich als sehr wünschens-Werthe. Uebrigens ließe sich jedoch annähernd da und dort, theils an Gymnasien oder Real-anstalten, theils an Lateinschulen einiges in dieser Richtung thun.*) Es wäreauch schon etwas, wenn nur auch je einmal ein Tag zu einer kleineren Wanderfahrtbenützt würde. Wo nur Lehrer in rechter Liebe zur Jugend sich gerne dazu hergeben,da läßt es sich ohne großen Aufwand machen. Hie und da hat man je im Mai ein-tägige Züge zur Frühlingslust ins Freie, in Württemberg Maitage genannt. Siesind häufig in Schmausereien für Jung und Alt ausgeartet. Man würde diese mitNutzen, bei den Knaben wenigstens, in Neiseausflüge umwandeln und dabei Wohl sitt-lich und ökonomisch gewinnen. Das Privatgymnasium in Stuttgart hat so seiner Zeitjährlich seinen Maiausflug gemacht zur großen Freude der Schüler. Wo das Turnenernst und munter getrieben wurde, hat es immer auch in denTurnfahrten" solcheReiseblüten getrieben und sollte sie auch auf seiner jetzigen Entwicklungsstufe treiben.**) Für die Volksschule auf dem Lande ist Wohl am wenigsten Aussicht für unfernArtikel. In den Kreisen, aus denen sie sich bevölkert, steht der Kampf um das täg-liche Brod oder überhaupt der Sinn für materiellen Erwerb so entschieden oben an,daß jeder Spaziergang schon als Luxus gilt. Ein echter Bauersmann würde miteinem Gange, der ihm nichts eintragen könnte, seinen Namen zu beflecken fürchten, undwäre eS ihm wirklich einmal außerordentlicher Weise um einen Gang ins Freie alssolchen zu thun, so würde er ihn wenigstens mit einer Haue oder Feldschau oder sonsteinem materiellen Vorgeben maskiren. Hier bedarf es der lakonischen Weisung (IIS. 574)nicht:Gehet nicht spazieren!" In diese Anschauung wächst auch die Jugend des Land-volks hinein. Dian darf froh sein, wenn nur Kirchen- und Schulbesuch nicht auch als Müßig-gang angesehen wird. Auf alle Vacanzzeiten haben schon die Feld- und namentlich Erntege-schäfte (Heu-, Oehmd-, Getreide-, Wein-, Hopfen-, Kartoffelernte) Beschlag gelegt. Wasetwa trotzdem auch in der Landschule für unfern Zweck geschehen könnte, hängt zu sehr vonder Gunst besonderer persönlicher und sachlicher Umstände ab, als daß sich darüber etwasbestimmtes sagen ließe. Wie sehr wir auch der Jugend unserer Landvolksschuledie Erweiterung der Anschauung gönnten, die ihr durch ein jeweiliges Versetztwcrdenin andere Gegenden und Verhältnisse zu Theil würde, wir müßen uns bei ihr nuneinmal auf das Nothwendige beschränken. Daß übrigens ein Tagesausflug auch fürLandvolksschüler nichts unmögliches ist, beweist das Beispiel von mehreren Cantonender Schweiz. St. Gallen, Thurgau, Zürich, Luzern senden jährlich fast aus jedemDorfe ihre Knaben in Begleitung der Lehrer auf einen Tag hinaus ins Land. Inmanchen Gegenden Württembergs genießen die Neuconfirmirten das Privilegium einesAusflugs zur Erholung am Tage nach der Konfirmation. Ist der sie führende Lehrerder rechte Mann dazu, oder was noch passender nimmt der Pastor sich seiner

*) Geschieht auch vielfach, ob in den Programmen darüber berichtet wird, wie oft zu lesenist, oder nicht. D. Red.

**) Geschieht. D. Red.