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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
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Nciscn.

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in den Augen der Jugend um so mehr, als der Gegensatz zwischen Reden und Thunhier auch der Jugend ins Auge springt. Wer die Unreinheit an den eigenen Kleidern,Büchern, Heften, im eigenen Haushalt nicht sieht, nicht beachtet, der wird sie auch baldan den Kindern, an der Schuljugend nicht mehr gewaren. Alle guten Vorschläge derPädagogik zur Förderung der Reinlichkeit setzen das beständig wachende Auge des Erziehersworaus. Ist dieses gehalten, so ist durch jene nur der Sand gepflügt. V. Strcbel.

Reisen. Daß Kinder und sonst junge Leute gelegentlich ihren gewohnten Aufent-halt wechseln und mit den Eltern oder allein über Land ziehen, ist natürlich und zuallen Zeiten vorgekommen. Hier handelt eS sich aber nicht um solche Ortsvcrände-vungen, wie sie das wechselvolle Leben da und dort herbeiführt, sondern um Reisen,die eigens aus pädagogischen Gründen und zu Erziehungszwecken angestellt werden.Die Schüler der im Mittelalter bestehenden Schulanstalten waren vielfach gereiste Leute.Hatten sie ja zum Theil ihren Namen vom Reisen oder Fahren: fahrende Schüler oderScholasten. Die älteren, dieBachanten", zogen mit den jüngeren, denSchützen",in die Kreuz und Quer durch das Land, je nachdem sie der Ruhm einer Schule da«der dorthin rief oder auch der Wandertrieb und abenteuernde Sinn sie beherrschte.^S. d. Art. Bachauten, I. S. 368 aus K. v. Räumers Mittheilungen über ThomasPlatter.) Solche fahrende Scholasten, deren letzte Ausläufer noch heute in katholischenLändern, in Altbaycrn, Tyrol, Oesterreich in Gestalt der während ihrer Vacanzenumziehenden und ein Viaticum suchenden Bettelstudenten zu suchen sein dürften, warenviel auf Reisen, oft mehr als in der Schule; aber dieses ihr Herumfahren in allerHerren Ländern geschah nichts weniger als im Namen der Pädagogik, sondern wareben Folge der jämmerlichen Schulverhältnisse in jener Zeit. Aber auch als diese,namentlich infolge der Reformation sich besserten, gieng etwas von dem ascetischenErnste der Zeit auch auf die Schulen über. Diese trugen noch vorwiegend ein kirch-liches Gewand und man übersah dabei, daß das Wörtlein:Wartet des Leibes" imGrund auch für die Jugend in der Bibel stehe. Die einseitige Richtung auf die Bil-dung des Geistes ließ keine rechte Sorge für den Leib und seine Ausbildung auskommen.Erst Locke, Rousseau und die philanthropische Schule lenkten die Aufmerksamkeit auchauf die Ausbildung des Leibes. Die Gymnastik der Griechen erwachte wieder, wenngleich bedeutend modernisirt, und an die regelmäßigen Leibesübungen (Gutsmuths)schloßen sich bald auch in den Erziehungsanstalten jener Richtung größere kraftstärkendeSpaziergänge, Märsche und endlich jeweilige Reisen. Die Zöglinge Salzmanns inSchnepfenthal z. B. machten in ihren Ferien gewöhnlich unter Führung und Aufsichtvon einem oder mehreren Lehrern solche Ausflüge in die Nähe und Ferne. DieReisender Salzmannischen Zöglinge" geben eine Beschreibung davon. In Karl Ritters, desersten Salzmannschen Zöglings, Leben von Kramer vergegenwärtigt sich uns diesesMoment der Erziehung aufs neue.

Schon der Zug nach demHinaus!", der in jedem kräftigen Knaben liegt, istbedeutungsvoll. Ist eS die bloße Neugierde? ist es der Wissenstrieb oder eben nurdie Lust an der Veränderung? oder regt sich vielleicht Lei diesem Neisetriebe der Ju-gend eine Ahnung von dem Herrscherberufe, der dom Menschen der Erde gegenübergegeben ist, und der werdende Herrscher möchte frühe schon möglichst viel von demReiche sehen und geistig in Besitz nehmen, über das er das Scepter seines Geisteserheben soll? Welch zitternde Freude der Jugend, wenn es auf eine Reise geht! welchungeduldiges, fast schlafloses Erwarten der Stunde, die für den Aufbruch gesetzt ist!Tiecks Wanderlied ist der Jugend so recht aus dem Herzen gesungen:

Ueber Reisen kein Bergungen,

Wenn Gesundheit mit uns geht;

Hinter uns die Städte liegen,

Berg und Waldung vor uns steht.

Jenseits blickt der Himmel heiter,

Rege Sehnsucht treibt uns weiter.