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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
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Reinlichkeit.

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wenigsten bedurft hatte. Alles, was den Sinn für Ordnung und Schönheit weckt undfördert, kommt auch der Reinlichkeit zu gut.

Wenden wir den Blick nun von dem Raume der Schule weg auf die Jugendselbst, welche denselben täglich erfüllt, von der örtlichen Reinlichkeit auf die per-sönliche, so stehe als unverbrüchliche Ordnung fest: 1. Rein am Leibe, vomScheitel bis zur Fußsohle! Die Haare gekämmt oder aber gemacht, geflochten! Wonicht, so schicke man den jungen Strobelkopf alsbald heim, um das Versäumte nach-zuholen. Damit bekommen auch die Eltern eine Mahnung. Zeigt sich im Haare ver-dächtiges Gevögel, so drücke man nicht die Augen zu, verfahre aber schonend, redebesonders mit dem Kinde oder auch den Seinen. Im äußersten Falle setze man esallein. Für Krätzige Verbot des Schulbesuchs, aber Versicherung zweckdienlicher Heil-mittel. 2. Reine Kleider! Die Kleidung, welche den größten Theil des Leibesdeckt, mag je nach Stand und Vermögen der Eltern noch so verschieden sein, Einessei allen gemein: rein und ganz! Wilde haben schon beim ersten Anblick von Euro-päern deren Kleider zum Leibe selbst gerechnet. Ihre Anschauung ist nicht ganz ohne.Die Kleider, welche die Blöße des Menschen decken, stehen in näherer Beziehung zuseinem Wesen, als man gewöhnlich annimmt. Der Rock macht nicht den Mann, aberer hilft ihn nicht selten machen. Der Lehrer hat zwar, was die Wahl der Kleidungbetrifft, nicht dreinzureden; aber er kann manches für deren Schonung und Reinhal-tung thun. An den Kindern höherer Stände, besonders Mädchen, geschieht manchmaldes Guten zu viel: Reinheit und Feinheit schlägt in Putzsucht und Modethorheit um.Hier gilt es, moderiren und die Jugend vor fratzenhafter Uebertreibung schützen. Denmeisten Kampf aber bereitet die Armut. Hier muß oft das Nächste Beste Vorhaltenund es fehlen nicht selten die Mittel, je und je auch Wille und Geschick, die armen,brüchigen Kleider auch nur ordentlich zusammenzuflicken. Dennoch stehe als Regel fest:Kleider unbefleckt, doch wohl geflickt. Man dulde keine Risse und Löcher in denselbenund treibe Kinder und durch sie Eltern zum Warnehmen und Bessern solcher Schäden.Bei größeren gilt ein tLiäa-toi! Die Beinkleider der Knaben sind oft bei üblemWetter, wo man nicht wehrt, Tage, ja Wochen lang,mit jedes Weges Unterschiedbesprengt." Da thut je und je eine Musterung noth. Klopsstock und Bürste nicht zuschonen. Die Fußbekleidung macht auf dem Lande Noth. Ist sie nicht täglich ge-wichst oder geschmiert, sie sei wenigstens gereinigt. Selbst bei jungen Barfüßern imSommer wird man sich die Wasserscheue verbitten müßen.

Sehen wir 3. die Schulgeräthe der Kinder. Wie werden oft die Bücher ver-derbt, mit Dinte besudelt, mitEselsohren" an den Ecken entstellt, durch spielendesRupfen und Zupfen geschunden, Lei älteren und höheren Schülern wohl auch mitEinschreiben und Nandzeichnungen verunziert. Reine, geschonte Bücher, reine,sorgfältig gehaltene Hefte! Der Lehrer dulde weder gesudelte, noch besudelte Ar-beiten. Kalligraphische Sorgfalt ist ein Förderungsmittel der Reinlichkeit. Die ge-sudelte, die verkleckste Seite ohne Gnade abzuschrciben. Das lehrt aufmerken, machtvorsichtig. Fließblatt, unbedruckt, soll nie fehlen. Schiefertafeln nie mit der bloßenHand zu löschen, Federn nicht mit den Fingern auszuwischen, noch weniger an denKleidern. Schwämmlein, Lümplein!

Besondere Beachtung erfordern 4. die natürlichen Secretionen. Das über-flüssige Product der Nasenschleimhaut einzustecken, will immer noch vielen unsererLandbewohner zuherrenmäßig" dünken. Schnupftuch ist ihnen Luxus. Aermel oderSchürze muß da bei den Kindern noch manchmal helfen. Die Enkel des Spiegel-schwaben finden Wohl auch sonst in deutschen Gauen ihre Brüder. Ein Tüchlein ge-hört zur anständigen menschlichen Ausrüstung, auch Behufs des Fußbodens, der nichtzum allgemeinen Spucknapfe werden darf. Viel Noth macht der Abtritt undseine richtige Benützung. Ist es schon eine Art Ehrensache des Menschen in einem Privat-h ause, diese geheimen Stätten möglichst rein zu halten, so steigert sich diese Rücksicht