mannigfaltigen Territorial-Veränderungen so sie veranlaßt», auchin ihren neuen Eintheilungen nachgeahmt, und dadurch alle alte/re Kränzen der Gemeinen und Grafschaften durcheinander ge,rvorfcn.
Man konnte dieses um so leichter, da die Landschaften keineOrgane hatten, so sie vertraten, und sic es also aufkemem gesetz,lichen Wege verhindern konnten, daß die Beamten sie mit völli,ger Souverainität beherrschten.
Dieses ändert sich nun sobald die Gesetzgebung öffentlichwird. Denn da das Ministerium nur mit der Mehrheit in denKammern regieren kann, so übt diese gleichsam das Präsenta,kions-Recht beim Fürsten in Hinsicht der Besetzung der Minister,stellen aus, und indem der König seine Minister aus einer Kam»mer wählt, (wie z. B. jetzt der König von Frankreich) so sinddiese zu gleicher Zeit Minister und Depulirten des Volks. AlsLetztere gehören sie zu den Meistbeerbten und find auch von denMeistbeerbten gewählt. Sie beurtheilen daher die Angelegen,Heiken des Landes nicht blos aus dem Gesichtspunkte eines Be,amten, sondern auch aus dem eines Volksdeputirten.
Was aber die Sache am meisten ändern wird, ist eben diegroße Vollkommenheit der Gesetze, die aus einer öffentlichenBerathung hervorgeht, bei der die ganze Nation durch ihre De,putirten gegenwärtig ist. In diesen Deputaten wohnt der Ver,stand und die Kraft der Menge, ohne daß in ihnen die Unbe,hülflichkeit der Menge wohnt. Und da jede Deputirlen-Kam,mer durch die Minorität der in ihr sich regenden und bewegen,den politischen Talente regiert wird, so bewegt sie sich stets involksthümlicher Weise.
Indem nun die Deamtenwelt nicht mehr allein da steht,sondern die Depulirten des Volks gegen sich über hat, so leidetihre Souverainität einen großen Abbruch, und schon dadurchdaß sie.immer genöthigt ist nach bestehenden Gesetzen znregieren, und immer Rechenschaft abzulegen: ob sie es auchgethan?Denn da die Gesetze nun eben wegen der Oeffentlichkeit der De,rathung klar, kurz und bestimmt werden, so kann manauch Nachfragen: ob sie überall genau befolgt werden?welches früher unmöglich, da eben wegen der Unvollkommenheit