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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Naturwissenschaften.

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erwägen, ob und in wie weit ihnen Zeit und Kraft von Seiten der heranzubildendenJugend zugewendet werden kann neben den übrigen längst anerkannten und deshalbnicht zu beseitigenden oder zu beeinträchtigenden Fächern und endlich zu ermitteln, welcheZweige derselben und welche Betriebsweise dieser Zweige sich gerade für die Zugend-bildung eignen. Viel leichter erledigt sich dann auch daneben die Frage über ihre Be-deutung für speciellere Bildungszwecke.*)

Das ganze Dasein des Menschen ist, abgesehen von seiner Beziehung zu einemHöheren, bedingt und mannigfach bestimmt einerseits durch das Menschenleben, seineAeußerungen und seine Werke, andererseits und noch viel mehr durch die Natur.Die Natur giebt uns den Schauplatz aller unserer Thätigkeit, wo wir gehen undstehen, sind wir den Gesetzen der Schwere und des Gleichgewichts unterworfen, beiden Bewegungen unseres Körpers ist es die Zusammenziehung der Muskeln, bewirktdurch die den Willen leitenden Nerven, welche nach mechanischen Gesetzen unsereGlieder in die Lage bringt, die wir beabsichtigen; bei allem, was wir thun, bedienenwir uns der Kräfte der Natur, und zwar nur innerhalb der Grenzen, die der Wirk-samkeit derselben durch die Naturgesetze vorgezeichnet sind; die Stoffe, die wir zumAufbau unseres Körpers bedürfen, die uns nöthig sind zum Ersätze der unbrauchbargewordenen Bestandtheile desselben, die Nahrungsmittel, entnehmen wir der Natur;was unfern Körper deckt und schützt im Wechsel der Witterung und der Jahreszeiten,unsere Kleidung und Obdach, giebt uns die Natur, ja in unser eigenstes geistigesLeben, in die Bildung unserer Gedanken und Entschlüsse greifen die Zustände unseresder Natur anheimfallenden Körpers viel tiefer ein, als wir uns gern gestehen möchten,gar mancher gute Gedanke ist die Folge einer körperlich bedingten reinen Stimmungunseres Nervensystems und gar manche That entspringt nicht freiem Entschluß, wiewir wähnen, sondern etwa einer Circulationsstörung, einer unrichtigen Vertheilungder flüssigen Formbestandtheile unseres Körpers unter den festen. So sind wir, wennunser Leben auch noch so einfach und dem ursprünglichen Zustand des Menschen ähnlichverliefe, überall von der Natur und ihren Gesetzen abhängig. Wer also über dieStellung des Menschen in der Welt sich klar werden will, muß sich die Natur zumVerständnis bringen. Zwar gehen die Bewegungen unseres Körpers von selbst von

Z Wenn cs sich um ein Lehrfach bandelt, das seit lange in den Schulen eingebürgert undals lebendiges Glied mit dem Ganzen organisch verwachsen ist, so wird die Untersuchung überdie zur Verwerthnng geeigneten Seiten und über die richtige Behandlung desselben von dem,was die bisherige Erfahrung ergeben, auszugehen haben. Bei den naturwissenschaftlichen Fächern,die kaum erst und zwar zum geringeren Theil eine Stelle in den Lehranstalten gewonnen haben,und deren Didaktik so gut wie keine Geschichte hat, ist man in der Lage, einen andern radica-leren Weg gehen und die Untersuchung gewißermaßen ganz von vorne anfangen zu mäßen. Nurauf diesem Weg der rationellen Begründung ihres Werthes für allgemein menschliche sowie fürFachbildung und der Lehrweise der für den Jngendunterricht als bildend erkannten Partiendieser Wissenschaften werden sich feste Normen ergeben, und wird derselbe auch am ersten geeignetsein, eine Vermittelung der jetzt bestehenden widerstreitenden Ansichten herbeizuführen. Daß dasWenige, was sich bis jetzt hinsichtlich der Aufnahme und Methode von naturwissenschaftlichenFächern bei der Jugendbildnng durch die Erfahrung bewährt hat, hierbei in gebührende Berück-sichtigung genommen werde und auch in viel höherem Grad, als die vielen und einander ent-gegengesetzten, von theoretischen Standpunkten aus ausgestellten Ansichten, Meinungen und Vor-schläge eine volle Berücksichtigung verdient, bedarf wohl keiner besonderen Bestätigung. Und daßjeder, der diesen Weg der Untersuchung einschlägt, dasjenige, was andere Abweichendes oderUebercinstimmendes auf demselben Wege gewonnen haben, nicht allein nicht ignoriren darf, son-dern gerade hier, wo das erwähnte Untersuchungsverfahren verhältnismäßig selten eingeschlageirwird, einer besonder» Beachtung würdigen muß, versteht sich ebensowohl von selbst. Es ist des-halb, wie der Sachkundige leicht sehen wirb, in diesem Artikel die einschlagende Literatur überallwohl in Betracht gezogen worden, wenn auch, um den Umfang desselben nicht allzusehr zu ver-größern, nicht immer besonders darauf hingewiesen wurde.