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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Pädagogik des Alten Testaments.

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aus demselben mitgetheilte Stelle, in der Wohl der Verfasser seinen eigenen Bildungs-gang schildert, wie ein Weiser setzt eben nur der Schriftgelehrte sein kann. Andas geschriebene Gesetz, „das Buch des Bundes" ist jetzt der Weisheitsschüler ge-wiesen , denn in der Gestalt dieses Buches hat die göttliche Weisheit unter IsraelWohnung gemacht (s. 24, 22 sLuth. 32) in seiner Rückbeziehung auf V. 12 ff., vergl.mit Bar. 3, 37—4, 1.) welche Einwohnung der Weisheit der alten Schechina Jeho-vas substituirt wird. Doch bleibt das Buch des Siraciden im allgemeinen dem Cha-rakter der alten Schulweisheit getreu. Verfaßt, wie der griechische Uebersetzer im Vor-worte sagt, für den Zweck, damit die Lernbegierigen immer mehr Fortschritte machenmöchten durch gesetzliches Leben (Srä ki-r-o^cn- ch-osr«?), halt es sich doch an denethischen Inhalt des Gesetzes; die rituelle Gesetzlichkeit wird zwar daneben auch ge-fordert (s. besonders 7,29—31., Luth. 31—35.), aber als bloßes oxus opsratum ver-worfen, wie dies in dem Abschnitt von dem Opfer, das Gott nicht gefällt, und denOpfern, die ihm gefallen 31,18—32., ll.sLuth.34, 21—35., 15.) ausführlich darge-legt ist. Auch in formeller Hinsicht ist das Buch kein unwürdiges Seitenstück der salo-monischen Sprüche, die es nachahmt und com entirt, freilich ohne die körnige Gedrängtheitund markige Kraft und die rhythmische Vollendung der alten Gnomik zu erreichen.Ganz richtig sagt Bruch (Weisheitslehre der Hebräer, S. 273) zur Charakteristikder Schreibart des Siraciden: „Nur mit Mühe bringt er es manchmal dahin, einenGedanken seinem vollen, abgerundeten Inhalte nach in den engen Rahmen eines ein-zigen Satzes zu fassen; seltener noch ist er so glücklich, die sich correspoudirendenGlieder in einen reinen Gegensatz zn bringen. Meistens führt er seine Gedankendurch eine Reihe sich ergänzender Sprüche hindurch, welche sich nicht selten amEnde in matte Prosa verlausen." — Auf die Fragen über die Zeit der Ab-fassung der hebräischen Grundschrift und über die Komposition des Buches könnenwir hier nicht näher eingehen. In ersterer Beziehung möge nur kurz bemerktwerden, daß der Verfasser sich Cap. 50 als Zeitgenossen eines Hohenpriesters Simon,Onias Sohn zu erkennen gibt, hinsichtlich dessen gestritten wird, ob Simon I. der Ge-rechte, oder Simon II. zu verstehen sei; im ersten Fall wäre das Buch im Anfang,im zweiten erst gegen das Ende des dritten Jahrhunderts v. Chr. verfaßt. Wassodann die Komposition des Buchs betrifft, so ist allerdings nicht zu bezweifeln, daßder Verfasser, wenn er auch als den Strom, aus dem seine Weisheit wie ein Canalausgeflossen sei, eben die Weisheit des Gesetzes bezeichnet (24, 28.), doch viele seinerSprüche aus der mündlichen oder schriftlichen Ueberlieferung geschöpft hat, wie er sichja 33, 17. als einen bezeichnet, der hinter den Winzern her gesammelt habe. (Luther,im Vorwort zu dem Buch, bezeichnet dasselbe als „aus mancherlei Meistern und Bücherngezogen und durch einander gemenget, wie eine Biene aus mancherlei Blumen ihrSäftlein säuget und in einander menget"). Aber zu weit geht Ewald (Jahrb. derbibl. Wissenschaft III, 125 ff. und Gesch. des V. Jsr- Bd. IV. 3. Ausg. S. 342 ff.),wenn er nur C. 36, 23 — C. 51 dem Siraciden selbst zuschreibt, wogegen dem vordernTheil des Buchs zwei ältere Spruchsammlungen zu Grunde liegen sollen, nämlichC. 1—16, 21. („ein treffliches Schulbuch für seine Zeit") aus dem vierten, und 16,22—36, 22. aus dem dritten Jahrh. v. Chr. Auf eine so mechanische Weise kanndas Werk, das doch nach Inhalt und Schreibart einen einheitlichen Charakter hat,nicht entstanden sein. (S. Fritzsche im exegetischen Handbuch zu den ApokryphendesA. T. Bd. V. Einl. S. XLVII ff.).

Der Inhalt des Buchs ist ungemein reich; es gibt kaum ein bedeutenderes Ge-biet des gewöhnlichen praktischen Lebens, mit dem der Verfasser sich nicht befaßte, denn,um wieder Luth er reden zu lassen, „alle sein Fleiß ist, daß er einen Bürger oder Haus-vater gottesfürchtig, fromm und klug mache, wie er sich gegen Gott, Gottes Wort,Priestern, Eltern, Weib, Kindern, eigenen Leib, Knechten, Gütern, Nachbarn, Freunden,Feinden, Oberkeit und Jedermann halten soll: daß mans wohl möcht nennen ein Buch