Druckschrift 
5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
Entstehung
Seite
561
Einzelbild herunterladen
 

Oesterreich.

561

917

920

2,365

3,739

1,733

Piaristen in Pest 667 und das Gymnasium zu Großwardein 575 Schüler, dann diehelvetischen zu Säros-Patak 799 und Debreczin 676 Schüler, — haben 19 der nng-rischen Gymnasien weniger als je 100 Schüler, darunter das katholische zu Bartfeldnur 40 und das augsbnrgische zu Modern nur 39.

Die Vertheilung dieser Schülerzahl nach Nationalitäten findet in den Aus-weisen der jüngsten Zeit keinen sichern Anhaltspunkt, indem die Vergleichung mit denAusweisen früherer Jahre zeigt, daß sehr viele Schüler in der Rubrik der Magyarenerscheinen, welche wohl den Reihen anderer Sprachstämme angehören dürften.')

Größere Verläßlichkeit kommt der Vertheilung derSchüler nach dem Religions-bekenntnisse zu. In dieser Richtung entfallen von der Gesammtzahl11,375 Köpfe oder 54,° °/° auf die Katholiken l. R.

,, 4,3 „ „ „ „ griech. R.

„ 4,4 „ „ „ orientalischen Griechen.

„ 1I,s „ „ „ Evangelischen h. C.

„ „ „ augsb. C.

„ 8,2 „ „ „ Israeliten.

Maturitätsprüfungen wurden an 26 katholischen und 14 evangelischen Gymnasien Un-garns abgehalten; denselben unterzogen sich 1165 Schüler, von welchen 1047 approbirtund 118 znrückgewiesen wurden.

Bis zum I. 1863 hatte sich aber auch schon hinreichend gezeigt, daß der neueLehrgang nicht nur die ungrischen Gymnasien von jenen der westlichen Provinzentrennt, selbst den Uebertritt der Abiturienten an die Hochschulen der letzteren ungemeinerschwert, sondern sogar innerhalb des Königreichs an den verschiedenen Anstaltendie verschiedensten Auffassungen erfahren hat, zufolge deren fast jedes Gymnasiumeigene Einrichtungen besitzt. Demgemäß wurden im I. 1864 die Lehrkörper vielerGymnasien aufgefordcrt, ihre Anträge für definitive Regelung des Lehrsystemszu stellen. Ueber dieselben berieth nenerdings eine Commission, deren Operat derPrüfung des Unterrichtsraths unterzogen werden soll.

Bezüglich der Realschulen in Ungarn hat die jüngste Zeit weniger maßgebendeUmgestaltungen anfzuzählen, und es gilt von denselben nur die allgemeine Bemerkung,daß auch hier das magyarische Element mehr in den Vordergrund trat, vermehrtesGewicht auf die magyarische Sprache, ans die Geographie und Geschichte Ungarnsgelegt wurde und die Realien in jener Sprache vorgetragen werden sollen, so weites nach dem Stande ihrer wissenschaftlichen Ausbildung möglich ist.

Realschulen werden in Ungarn gegenwärtig 14 gezählt, darunter 4 vollständigeRealschulen und 10 Unterrealschnlcn. Nach den Fonds, aus welchen ihr Aufwandbestritten wird, theilen sich dieselben in 4 königliche und 10 Communalanstalten.

In dem Lehrpersonale, welches im ganzen 140 Köpfe zählt, ist der geistlicheStand weit minder, als bei den Gymnasien, vertreten, da ihm nur 7 Direktoren und13 ordentliche Lehrer als Katecheten nebst 2 Supplenten und ebenso vielen Ncben-lehrern angehören.

') Hauptsächlich daher lührt es, daß der Antheil, welchen die Schüler magyarischer Nationa-lität an der Gesammtzahl des Besuches bilden, von höchstens 64"/° im 2. 1859 auf mindestens75 im I. 1863 gestiegen ist.

2) An diesen sind nämlich zufolge seines Statuts auch die Hofkanzleien gewiesen, welche denfachmännischen Rath mit Eifer einholen und benützen. — Jene Umfrage hat die treffliche Er-klärung der Lehrer des Pester k. Gymnasiums (redigirt von Mansuet Riedl) zu Gunsten desLehrsystems der deutsch-slavischen Länder hervorgerufcn, welche unter dem Titel „Ideen zurReform der Gymnasien in Ungarn" (Pest 1864) erschien, aber auch das Institut der Realgym-nasien nach dem sogenannten Wiener Plane befürwortete.

Pävag. Cn-oüepädie. V.

S6