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Räthscl.
des Unterrichtes durch passende Methoden und sanfte Behandlung. Endlich weist eran der Hand Räumers und Schmidts nach, wie diese Principien von MontaigneLocke, Rousseau ausgenommen und zu allgemeiner Anerkennung gebracht worden seien.Ein kleines Wörterverzeichnis erleichtert die Lectüre des truits's.
Es wäre dringend zu wünschen, daß ähnliche Monographien folgten und daß derBrief des Gargantna (in derselben Manier wie sein Stndienplan durch vr. Arnstädt)ans Licht gestellt würde; denn dieser spricht die leitenden Ideen ans, welche im XXIII.und XXIV. Capitel des ersten Buchs ansgeführt sind. Es handelt sich darum, Rabelais'Verhältnis zn seinen deutschen Zeitgenossen festzustellen. Seine Abhängigkeit von diesenspringt beim ersten Vergleich zwischen Luthers dem Lazarus Spengler gewidmetenSermon über Äindererzichung und seinem Sendschreiben an die Rathsherrn mit Gar-gantna und Pantagruel in die Augen; aber Rabelais hat das Programm der Deutschen,vorzüglich durch die Aufnahme der Naturwissenschaften, wesentlich erweitert und durchneue eigene Gedanken ergänzt und vertieft. Ein weiteres Interesse dürfte die Fragedarbieten, ob Amos Oomonius, dessen Kosmopolitismus diese Annahme gewiß unter-stützt und dessen Didaktik der Rabelais' so nahe verwandt ist, -aus Rabelais geschöpfthabe. Wir würden dann zwischen ihm und der deutschen Schule des XVII. Jahr-hunderts ein ähnliches Verhältnis, wie zwischen Rousseau und den Philanthropen haben.Auch Leibnitz berührt sich mit Rabelais; beide geben Ideale der Prinzenerziehung undwie brauchbar das des letztem sei, ergiebt ein Vergleich desselben mit dem in derEncyklopädie selbst gezeichneten (VI, 357 ss.). Vorzüglich aber muß Rousseau's Stel-lung zu Rabelais noch viel klarer herausgestellt werden, als es durch Billemain ge-schehen ist. Gerade darin, daß ihn Rousseau nicht unter seinen Autoren nennt, führtdarauf, daß er ihm mehr entlehnt habe, als er merken lassen will. Nach dieser Seitehin hat Hettner in seiner französischen Literaturgeschichte schon gute Wege «ungeschlagen.Endlich bleibt noch festzustellen, welchen objectiven Werth Rabelais' Pädagogik habe,welcher Antheil an derselben seinem Skepticismus und seinen politischen Ansichten ge-höre. Für die Beantwortung dieser Fragen bieten die Studien von Negis gewißsichern Anhalt und Ansgangspunct. Or. K. Schneider.
Nadictlllsmus in bcr Erziehung, s- Erziehung, verkehrte Richtungen.
Niisonnircn, s- Befehlen und Verbieten, Locke S. 445.
Näthsel. Nicht leicht wird ein Lesebuch oder eine Zeitschrift zur Unterhaltung undBildung der Jugend, vom Kindcrfreuud guten Angedenkens an bis in die neueste Zeit, einermehr oder minder reichen Zugabe von Näthseln entbehren. Daß dieselben im allgemeinenin Kinderkrcisen willkommen sind, weiß Wohl jeder von seiner Knabenzeit her oder ansseiner Erfahrung als Vater und Erzieher. Auch die Sckriften über Erziehung lassensich meist über diesen Gegenstand aus. Schon diese äußeren Umstände legen es nahe,die pädagogische Bedeutung desselben wichtiger zn nehmen, als es vielleicht manchemdem ersten Anblick nach nöthig scheint. Noch mehr aber wird dies aus dem Wesender Sache selbst sich ergeben.
Was wir unter Näthseln zn verstehen haben, und zwar nach dem jetzt üblichenSprachgebrauch — denn in älterer Zeit hatte das Wort wie das Stammverbum„rathen" — erzählen eine weitere Bedeutung — sagen uns die gewöhnlichen Nach-schlagebücher, auch die mit mehr wissenschaftlichem Anstrich, in nicht völlig befriedigen-der Weise. Denn wenn hier meines Wissens durchgängig, ob auch mit einigenVariationen, das Näthsel bezeichnet wird „als die umschreibende Darstellung einesnicht genannten Gegenstandes, mit dem Zwecke, das Nachdenken zum Auffinden des-selben zu reizen", so muß doch jedem halbwegs mit der Sache vertrauten das Be-denken entstehen, ob denn Simsons Näthsel und ebenso ein guter Theil des inSimrocks deutschem Räthselbuch gesammelten Stoffes diesen Namen wirklich ver-dienen; diese Volksräthsel kann man eigentlich in den gegebenen Rahmen nichtfassen. Die herkömmlichen Definitionen sind, wie es scheint, sammt und sonders vom