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Quintilianus.
gewesen zu sein (IV, 1, 19), und sein Werk zeigt überall, wie sicher und gewandt erauch in der Praxis gewesen sein muß. Aber es ist auch wieder unzweifelhaft, daß ermit Vorliebe als Mann der Schule wirkte und wohl gleich nach seiner Rückkehr ausSpanien vorzugsweise als solcher sich empfahl. In dieser Thätigkeit wurde er nunauch für Vespasianus Gegenstand der Aufmerksamkeit. Denn obgleich der Kaiser selbstals Redner nicht hoch stand, — Isounäiss Iisnä ogons xromsnäis, grins sousernt, nach^.urol. Vi et. Ososs. 9, 1 — so legte er doch eine ganz besondere Theilnahme für dieKunst der Rede dadurch an den Tag, daß er den Lehrern derselben, griechischen wielateinischen, reiche Gehalte bestimmte, die freilich wohl auch dazu beitragen sollten, dieSchule für die neue Dynastie zu gewinnen (vgl. Richter Das Verhältnis des KaisersVespasianus zur Literatur. Plauen 1886). So wurde setzt auch Quintilianus einvom Staate besoldeter Lehrer der Beredsamkeit, ja vielleicht war er der erste, der insolcher Weise ausgezeichnet wurde. Läßt nun solche Auszeichnung voraussetzen, daß erdamals schon in weitern Kreisen Anerkennung sich erworben hatte, so wird anzunehmensein, daß er seitdem in noch höherem Grade Beifall fand. Und gewiß war er einausgezeichneter Lehrmeister, den man am besten mit Jsokrates vergleicht. ZwanzigJahre aber war er so mit der Bildung der Jugend beschäftigt, und der Einfluß, dener übte, gab gewiß nicht bloß der Beredsamkeit, sondern der ganzen Literatur neueImpulse.
Leider fehlen uns über die Schüler, welche er gebildet hat, genauere Nachrichten.Wir müßen die Worte für berechtigt halten, welche der ihm befreundete Martialis(II, 90) an ihn richtet: tznintilig.no, vsgso moäsrstor summe snvontuo, gloris Lo-msnso, tznintiiig.no, togss; aber den Kreis dieser Jugend, der immer wieder neu umihn sich bildete, haben wir nicht in lebendigen Gestalten vor uns. Um so mehr kannes uns Bedürfnis sein, die beiden berühmten Freunde Tacitus und Plinius als seineZöglinge uns zu denken, und Janin hat in sehr geistreicher, freilich mehr blendenderals belehrender Weise alles zusammengefaßt, was diese Verbindung wie in einemreizenden Genrebilde uns vor Augen stellen kann. Sind wir nun auch über TacitusWenig sicher, so erscheint uns Plinius nicht bloß durch sein ausdrückliches Zeugnis(sxx. II, 14, 9. VI, 6, 3), sondern durch die ganze Art seines literarischen Streben?und Arbeitens als ein Schüler Quintilians, dessen Einfluß auf ihn wohl auch inmanchen speciellen Zügen sich Nachweisen ließe (vgl. z. B. tzuint. instit. or. XII, 10,64 u. Ulin. epp. I, 20, 22).
Daß Quintilianus durch seine Lehrerwirksamkeit ein sehr reicher Mann geworden,ist genugsam bezeugt («kuvongl VII, 186 tk); auch kamen wohl zu dem Gehalte, dendie Staatskasse gewährte, ansehnliche Honorare vornehmerer Zöglinge hinzu. Hatteer doch selbst Kinder des Kaiserhauses, die Enkel der Schwester Domitians, zu unter-richten. Dieses Verhältnis läßt nun auch glaublich erscheinen, was der Satirikera. a. O. 197 vielleicht andeuten will und ein allerdings sehr später Gewährsmann(Vuson. gratisr. not. sä 6rg.tis.nnm 290 sä. Dip.) ausdrücklich sagt, daß Quintilianusauf Verwendung des Flavins Clemens die Ornaments sonsnlsris (lionostsments iwnnnisxotius, gnsm insignis xotsststis) erhalten habe. Jedenfalls kam er durch seine Ver-bindung mit dem Kaiserhause in eine Abhängigkeit, die ihm eine unwürdige Adulationnahe legte und bekanntlich auch in seinem Werke hervortritt (vgl. I/gnäksrmsnn6omm. in tznintilisni instit. or. 1. X, o. I, 8 104. Duisburg- 1836.)
Ueber sein häusliches Leben hat er selbst uns manches mitgetheilt. Er hatte dieTochter eines Mannes von prätorischem Range geheirathet. Als diese ihm zweiSöhne geschenkt hatte, erlag sie, erst 19 Jahre alt, dem Tode. Aber dieser entrißihm auch die Söhne. Der jüngere, ein Knabe voll Anmuth und glücklichster Begabung,starb schon in seinem 5. Jahre; der ältere, nicht minder liebenswürdig und talentvollund bereits mit glänzendem Erfolge in die Bahn der Studien eingetreten, hatte einAlter von 10 Jahren erreicht, als auch ihn ein unerbittliches Geschick dem trostlosen