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Philosophische Propädeutik.
willen auf einen Theil des Schuljahres, etwa auf das Wintersemester, zu beschränken,dies wird den Direktoren überlassen. Wiederholt empfohlen werden die LlomontaloZtoos ^rlstotoUoas von Trcndelenburg. Die Provincialschnlräthe sollen dem Gegen-stände ihre besondere Aufmerksamkeit znwenden, und in den Abiturientcnzeugnissen solldem Urtheile über das im Deutschen Erreichte noch eine Bemerkung darüber hinzn-gefügt werden, ob der Abiturient mit den Elementen der Psychologie und der Logiksicher bekannt sei. ^
Mit dieser Verfügung ist vorläufig die preußische Schulgesetzgebung, soweit sie sichauf unfern Gegenstand bezieht, geschlossen. Wenn wir setzt zu der Auffassung über-gehen, welche in Oesterreich für die Behandlung der pH. Pr. maßgebend gewordenist, so werden wir durch den Antheil, den Bonitz an der jetzigen Organisation derdortigen Gymnasien hat, auf eine Beziehung zu Herbart, dessen Anhänger Bonitzist, hingewiesen. Wir besitzen von Herbart keinen unfern Gegenstand ausführlicheroder wenigstens in abgerundeter Form behandelnden Aufsatz. Der oben erwähnte, fürden Schnlrath Clemens bestimmte, welcher der zweiten Ausgabe des „Lehrbuchs zurEinleitung in die Philosophie" als Anhang beigegeben war, bietet nur einzelne Vor-schläge. Für einen besondern philosophischen Unterricht verlangt Herbart ein Viertel-jahr lang 4 Stunden wöchentlich Logik aus Secunda und ein Halbjahr lang ebensoviele Stunden Psychologie, außerdem noch 20 Stunden zu einer Uebersicht über dieGeschichte der Philosophie. Die neue, noch in der Gährung begriffene Philosophiewill er vom Gymnasium fcrngehalten wissen; die Parteilichkeit der Lehrer für dieseoder jene Seite soll den Schüler nicht ergreifen. Für die Psychologie verweist erden Lehrer ans Locke und wo möglich ans SextnS Empiricns. Für die Logik forderter namentlich auch die Hcrbeischafsung einer großen Mannigfaltigkeit von richtigen )
Beispielen, besonders zu den Definitionen und Divisionen, auch zu den Figuren derSchlüße, die er für diesen Zweck so wenig wie Hegel gering achtet. Neben diesembesondern Unterrichte soll nach Herbart die Lectüre des Cicero und des Plato Gelegen-heit schaffen, daraus „die Ethik zu schöpfen". Rückblicke ans die Logik sollen allenthalbengelegentlich geschehen, praktische Hebungen darin ihre Stelle bei den deutschen Aus-arbeitungen finden. Dies sind etwa die positiven Vorschläge, die Herbart macht.
Wichtiger als sie ist seine Auffassung der Aufgabe, welche die pH. Pr. zu lösen hat.
Er hat sich nirgends darüber direct und im Zusammenhänge ausgesprochen; wirmüßen aus gelegentlichen Aeußerungen schließen. „Der Jüngling soll denken; aber ersoll wissen, sein Denken sei nur ein Versuch, dem noch gar viele Umwandlungen be-vorstehcn". Der Inhalt des Locke'schen Werkes soll nicht etwa in einem Auszuge dog-matisch mitgetheilt werden; der Lehrer soll „sich die Stellen auszeichncn, wo Locke sichvorzüglich anstrengt und seinen (in der That engen) Gesichtskreis zu erweitern sucht".
Aus der Geschichte der Philosophie soll der Schüler historisch lernen, „daß Männervom höchsten Geiste durch Untersuchungen und Behauptungen berühmt geworden sind,wozu ihm weder Locke noch Cicero , weder die Logik noch die Mathematik und diePhilologie den Schlüssel darbieten". Sie soll dem Anfänger die natürlichsten Stufenzeigen, auf denen sein Nachdenken sich erheben könne (vgl. kl. Schriften III, S. 153). !
Nehmen wir zu solchen Aeußerungen noch das Fragment, welches in den Kl. philos.
Schriften (III, S. 105) unter der Ueberschrift „Vorbereitung zur Philosophie auf derobersten Classe eines Gymnasiums" abgedruckt ist, so wird uns deutlich, daß Herbartdie Ausgabe der pH. Pr. nicht allein durch einen Unterricht in der Logik und empiri-schen Psychologie zu lösen meinte, sondern auch durch eine eigentliche Einleitung in diePhilosophie das Bedürfnis nach ihr erweckt haben wollte. Und diese Einleitung undihr Verhältnis zur pH. Pr. überhaupt ist es namentlich, derentwegen wir uns mit den ^
Ansichten, welche H. Bonitz im I. 1846 in seiner oben erwähnten Necension derpH. Pr. von Biese niedergelegt hat, näher bekannt machen müßen. Unter dem Be-dürfnisse nach Philosophie versteht Bonitz „die bestimmte und klare Einsicht, daß neben