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6 (1867) Philologie, classische - Reformation
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Philosophische Propädeutik.

gabteren und strebendercn Schüler zu beschränken, dagegen in Anstalten, wo dieBedingungen für das Gedeihen dieses Unterrichts nicht vorhanden sind, ihn von demLehrplan auszuschließen."

Für unentbehrlich hält einen vorbereitenden philosophischen Unterricht Eichhoff(in dem Aufsatze: „Ueber den propädeutischen Unterricht in der Philosophie auf Gym-nasien" in Mützells Zeitschr. 1853 S. 433 ff.). Er will ihn aber in die engsteVerbindung mit dem Hauptunterrichte des Gymnasiums gebracht haben. Hauptsächlichwegen dieser Verbindung mit dem altclassischen Unterrichte verlangt er den Wegfallder Psychologie, wenigstens als einer zusammenhängenden Disciplin. Was von demsomatischen Theile der Anthropologie auf das Gymnasium gehöre, weist er der Natur-beschreibung zu; was vom psychischen Theile derselben erforderlich sei, soll an denReligionsunterricht angeknüpft werden. Statt der Psychologie nimmt er eine Uebersichtüber die Geschichte der alten Philosophie in den Kreis des Unterrichts ans, da ohnesie ein Verständnis des Cicero und Plato nicht erreichbar sei. Diese Uebersicht unddie formale Logik will er nun dadurch mit dem klassischen Unterrichte in eine natur-gemäße und fruchtbare Verbindung gebracht haben, „daß in Prima fort und fort eingeeigneter griechischer oder lateinischer philosophischer Schriftsteller (namentlich Plato oderCicero) gelesen und an diese Lectüre, wo es erforderlich und zulässig ist, Erörterungenaus der Logik und der Geschichte der alten Philosophie angeknüpft und diese später ineinigen Repetitionsstnnden im Zusammenhänge zusammcngefaßt werden." Die Vor-züge dieser anknüpfcnden vor einer abgesonderten Behandlung der Propäd. findet erdarin, daß auf diese Weise das Bedürfnis logischer Abstractionen, Formen und Gesetzegeweckt und ihre Notwendigkeit zum Bewußtsein gebracht, also ein viel lebendigeresInteresse an dem Gegenstände als durch einen systematischen Bortrag der Logik erzeugtWerde, daß ferner ans diese Art dem Schüler die Begriffe des Seins, des Werdens,der Form und des Stoffs, der Bewegung und Veränderung, ebenso die Grundbegriffeder Ethik in ihrer zuerst mehr sinnlichen und allmählich sich läuternden Auffassungbekannt werden, sodann darin, daß bei einer solchen Behandlung die logischen Gesetze,die zur Sprache kommen, auf das Maß des wirklichen Bedürfnisses zurückgeführtwerden, und endlich darin, daß die Logik bei dieser Methode viel mehr, als bei einemzusammenhängenden Vortrage zu einer wirklichen geistigen Gymnastik werde. — DieArt und Weise, wie Eichhoff platonische Schriften für den philosophisch-propädeutischenZweck benutzt wissen will und wirklich benutzt, hat er wenigstens theilweis in demProgramme des Gymnasiums zu Duisburg vom I. 1854 durch die Abhandlung ver-anschaulicht: „lmgioa triuw äialogornrn Ulatonioorurn explieatio." — Auch Kieselhatte im I. 1851 eine Abhandlung äs priniis artis loZioas prasoeptis Ulawns äuostraäsnäis dem Programme des Gymnasiums zu Düsseldorf bcigcfügt, der er gewisser-maßen Fortsetzungen in den Programmen derselben Anstalt vom I. 1857 und vom I.1863 folgen ließ; jedoch handelt es sich bei ihm nicht um eine logische Behandlungplatonischer Dialoge, sondern vielmehr darum, zu TrendelenburgS Elementen deraristotelischen Logik Beispiele aus Platos Schriften zu sammeln.

Wie schon oben angedeutet Wurde, enthielt die Ministerialversügung vom 7. Jan.1856 über den Normalplan der preußischen Gymnasien (Stiehls Ccntralblatt, Jahrg.1859, S- 162 f.) auch Bestimmungen, welche die philos. Propäd. betrafen. Darnachsoll sie, wie es bei einer großen Zahl der Gymnasien bereits geschehen, nicht als einbesonderes Unterrichtsfach angesetzt, sondern ihr wesentlicher Inhalt, namentlich dieGrundlehren der Logik/ mit dem deutschen oder in bcsondcrn Fällen auch Wohl mitdem philologischen oder mathematischen Unterrichte verbunden werden. Das Regle-ment für die Gymnasialabiturientenprüfnngcn vom 12. Jannar desselben Jahres(Stiehls Centralblatt, 1859, S. 228) ordnete darauf ausdrücklich an, daß eine münd-liche" Prüfung in der philos. Propäd. nur bei fremden Matnritätsadspiranten statt-finden sollte. Infolge dieser Verfügung mag man die philos. Propäd., wie dies der