Mädchcnerzichung.
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der männlichen, und der vorherrschenden Receptivität ans der weiblichen Seite es aus-spricht. So ist die natürliche Ordnung Gottes, daß das Weib Gott dienen soll in der habi-tuellen Form des persönlichen, den Ihrigen gewidmeten Dienstes, daß aber der Mann Gottdienen soll in der vorherrschenden Richtung auf Beherrschung anderer. Und diese Ordnung derNatur hat das Christenthum mit schärfster Betonung des Geschlechtsunterschiedes aufrecht er-halten, ja es hat sie geheiligt und erläutert durch den Vergleich des ehelichen Bandes mitdem Verhältnis Christi zur Gemeinde. Die Härte, welche die betreffenden Aussprüche desNeuen Testamentes auf den ersten Anblick enthalten, verschwindet sofort, wenn festgehaltenwird, daß nur die natürliche Stellung des Mannes zum Weibe durch das vorbildlicheVerhältnis Christi zur Gemeinde explicirt werden soll. Wenn Paulus 1. Cor. 11, 3sagt: „Ich lasse euch aber wissen, daß Christus ist eines jeglichen Mannes Haupt, derMann aber ist des Weibes Haupt, Gott aber ist Christi Haupt", so ist klar, daß hiernicht etwa eine Rangordnung aufgestellt werden soll, in welcher die Glieder so auf ein-einander folgten: erst Gott, dann Christus, dann der Mann, und zuletzt das Weib,und daß der Mann für das Seelenheil des Weibes nicht etwa in demselben Sinne einMittler und Versöhner werden kann, als es Christus für den Mann ist, sondern daßhier die Ordnung der Natur an einem Verhältnisse der Heilsentwicklung erläutert werdensoll. Eben so wie Christus in seiner gottmenschlichen Gestalt Gott unterthan ist, sollin rein menschlicher Beziehung das Weib dem Manne unterthan sein, meint der Apostel,und daß es ihn: lediglich darauf ankommt, diese natürliche Ueberordnung des Mannesüber das Weib geltend zu machen, deren Bestimmung für die Zurückgezogenheit er schondurch das zu verhüllende Haupthaar angedeutet sieht, geht, wie aus der Absicht der ganzenStelle, so besonders aus Vers 11 und 12 hervor, wo das Verhältnis beider zu Gottals ein vollkommen gleiches dargestellt wird.
Zweierlei ist es überall, worauf das Neue Testament in den sittlichen Vorschriftenfür das Weib dringt, die Abhängigkeit desselben vom Manne und die Zurückge-zogenheit des Lebens überhaupt. Beide Forderungen weisen auf das Haus als dieeigentliche Sphäre weiblichen Lebens, und wenn Paulus in der erwähnten Stelle ein Her-vortreten des Weibes in das öffentliche Leben der Gemeinde durch „Beten und Weissagen"nicht absolut verwirft, weil die Schranken des Geschlechts nicht als absolute angesehenwerden können, so hat er solche Erscheinungen deutlich genug als Ausnahmsfälle bezeich-net, welche die Regel 1. Tim. 2, 11—12 nicht nmstoßen konnten, ja er fordert selbst fürsolche Fälle ein symbolisches Zeichen für die durchbrochene Schranke in der Bedeckung desHauptes. Alles also, was als weibliche Tugend angesehen werden muß, führt dasChristenthum auf jene ursprüngliche Ordnung der Natur zurück, nach welcher das Weib, wieLamennais in einem schönen Worte sagt, eine Blume sein soll, die nur im Schattenduftet. In der That läßt sich alles, was das weibliche Gemüth als solches unterscheidetund was es in seiner sittlichen Schönheit charakterisirt, auf jene Abhängigkeit und Zu-rückgezogenheit des Daseins, oder mit einem Worte, auf das Leben des Hauses znrück-führen. Zunächst jene Reihe von sittlichen Anlagen, welche das Weib befähigen, er-barmende Liebe zu üben, zu pflegen und wohlzuthun, allem Bedürfnisse entgegen zukommen, zu beschwichtigen und anszugleichen und den Frieden aller zu befördern, An-lagen, die auch das alte deutsche Epos anerkannte, wenn es die Frauen die Friede-Weberinnen nannte. Offenbar ist in der weiblichen Seele jener Drang der Liebe,der persönlichen Hingebung an andre, der Selbstverleugnung habitueller und continuir-licher vorhanden, als in der männlichen, und er ist es eben darum, weil auf ihm dasFamilienband und das Familicnwohl ruht. In der Familie ist alles persönlicheBeziehung und hat alles eine solche, im öffentlichen Leben hat alles vorzugsweise einesachliche. Und da das Weib berufen ist, in dieser Hingebung an die Person desGatten und aller Familienglieder ihre eigentliche Wirksamkeit auf Erden zu finden, soist mit Recht gesagt worden, daß die Liebe, welche im Leben des Mannes nur eineEpisode ist, das Leben der Frau ganz und gar erfülle. Aber freilich erst indem diese