Landkarten.
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oder der Töne erläutert, und es muß des Lehrers Trachten dahin gehen, zu bewirken,daß der Schüler ein annäherndes Profil nach einer auf der Karte gezogenen Liniezu zeichnen versteht. Der Lehrer mag allerdings sein Wissen und Können höher treiben,und deshalb wird es nie schaden, wenn in der Bibliothek einer Mittelschule etwa BachsTheorie der Bergzeichnnng (Stuttgart 1853) zu finden ist, oder, um keinenZweig der Verfertigung von Schulhülfsmitteln zu übergehen, Netto's Lehrbuch derGeostereoplastik (Berlin 1826).
II. Atlanten und Karten für eine höhere Unterrichtsstnfe (mit Aus-schluß jener mit besonderer Richtung). Wenn auch der Umfang dieses Werkes denUniversitätsunterricht ansschließt, so ist doch die Bildung der Lehrer im Programmedesselben begriffen, und in dieser Hinsicht scheint es am Platze zu sein, wenn hier einigekartographische Mittel zur Ausbildung im erdkundlichen Fache genannt werden, vonwelchen einige, je nach Bedürfnis mehrere, in den Bibliotheken der Präparandenanstaltenund Seminare sich vorfinden sollten, da die Candidaten eines höheren Studiums seltendie Mittel besitzen werden, sich dieselben selbst anzuschaffen. Die Beschränkung aufAtlanten scheint mit Rücksicht auf den Raum geboten, da die Anführung einzelnerguter Karten viel zu weitläufig sein Würde. Geht man vom historischen Gesichts-puncte aus, so beginnt mit der Errichtung des geographischen Instituts zu Weimar1804 unter Bertuchs Leitung die erste großartige Regung in Deutschland seit demgroßen Schrämbl'schen Atlas (Wien 1786 — 94) durch die Herstellung eines Atlassesvon etwa 70 Blättern im Jmpcrialformat, der im Jahr 1845 durch vr. H. Kie-pert einer sehr nöthigen Revision und fast völligen Erneuerung unterzogen wurde,die nun seit dem Eintritte der beiden Graes in noch energischeren Angriff genommenworden ist. Die Karten erfüllen (nun auch im Terrain) alle billigen Anforderungenund das große Format gestattet eine seltene Reichhaltigkeit. Auf den neuesten Blät-tern (darunter die österr. Kronländer, die Schweiz rc.) wird das Terrain mit beson-deren Platten eingedruckt, wodurch die Herstellung rein orographischer Karten ermög-licht ist, die der Schule in mehrfacher Beziehung nützlich werden können und für dasSelbststudium von hoher Bedeutung sind.
Im Jahr 1817 trat bei Just. Perthes in Gotha bescheiden der Stielersche Hand-atlas ans, der seinen Namen beibehalten hat, ungeachtet fast keines der jetzigen Blätternoch von Stieler herrührt; allein die vom ursprünglichen Autor ausgestellten Grund-sätze werden noch unverbrüchlich befolgt und sind Ursache eines gerechten und zweifel-losen Vertrauens geworden. Diese Principien beziehen sich auf die Anlage sowohlals auf Instandhaltung und gewissenhafte Darstellung der Quellen und Bearbeitungin Begleitworten. Jährlich werden durch neue Bearbeitungen ältere ungenügende Blätterersetzt, mindere Correcturen sogleich auf allen Platten nachgetragen rc. AusgezeichneteKräfte, wie vr. Ang. Petermann, Herrn. Berg Haus u. a. wirken thätigst mit,und eine der ausgezeichnetsten Karten- und Büchersammlungen liefert das Material.Wer alle seit 1817 erschienenen Blätter des Stielerschen Atlasses besitzt, hat eine Ge-schichte des geographischen Wissens in Kartenbildern. — Der im Jahr 1833 in Berlinerschienene Atlas von Grimm zeichnete sich seiner Zeit durch eine ungewöhnlich bessereCharakteristik der Gebirge aus und verscholl nach dem Tode des Autors durch natür-liches Veralten. Im Jahr 1842 erschien zu Gotha v. Sydows methodischerHandatlas (2. Ausl. 1847 nebst Supplementen), ein Werk, das sich vollkommendem Schulatlas desselben Verfassers anschließt, von seiner Fähigkeit, den Stoff instructivzu machen, Zeugnis gibt und nun einer Erneuerung unterzogen wird (mit Beihülfe desLt. Friede ichsen), deren Resultate so trefflich sind, daß der Wunsch einer Beschleu-nigung derselben sehr zu entschuldigen ist. — In jetziger Häutung und durch Betheili-gung tüchtiger Männer (z. B. I. M. Ziegler u. a.) kann auch aus dem unter demTitel Steins Atlas (Leipzig bei Hinrichs) bekannten Kartencyklus eine gute undPadag. Encyklopadie. IV. 10