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4 (1865) Kirche - Muttersprache
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Körperliche Erziehung.

Krankheiten.

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ununterbrochene Arbeitsstundcnreihe kleinere Pausen, wie es ihm Bedürfnis ist, von Zeitzu Zeit die hergebrachte Arbeit ganz fallen zu lassen und sich durch den Wechsel derThätigkeit für neue Tüchtigkeit geschickt zu machen; die Mcdicin kann sich daher wedermit dem Vorschläge, das Gcsainmtmaß der Ferienzeit auf die einzelnen Wochen zuvertheilen, noch mit den hergebrachten seltenen und das für die Erholung durch Natnr-genuß und Lieblingsbeschäftigung nöthige Zeitmaß überschreitenden Ferien befreunden.

III. Die Schule im Dienste der Bolkshygieine. Das Schulleben giebtweitere Gelegenheit, die Gesundheit zu beschädigen oder zu befördern, jenes wenn einansteckendes moralisches Hebel (Onanie, s. Art. Geschlechtliche Verirrungen) oder c:nsolches physischer Art einem Schüler anhaftet, oder wenn der Lehrer durch eine Schul-strafe (s. diesen Artikel) eine Verletzung bewirkt, dieses wenn die Aufsicht oder der Unter-richt hygieinische Zwecke fördert.

Auf die liebertragung von Krankheiten nehmen die meisten deutschen Staaten inbesondern Verfügungen, theils im allgemeinen, theils nur bezüglich einzelner Nebel, wieKrätze und Pocken, Rücksicht. Sehr allgemein wird ein Impfschein, d. h. eine Urkundeüber die mit Erfolg stattgehabte Vaceination, bei der Aufnahme in die öffentlichen.Schulenund Erziehungsanstalten gefordert; ebenso werden die Lehrer angewiesen, krätzige Kinderwegznweisen, bei ihren Eltern ans Heilung zu dringen und bei Weigerung oder längeremWegbleiben der Polizei Anzeige zu machen. *) Der Lehrer achte überdies auf die exan-thematischen Fieber, ans die verschiedenen Kopfausschlägc, welche theils übertragbar sind,theils durch den üblen Geruch und ihre gewöhnliche Begleitung, das Ungeziefer (Uo-äionlns oapitis), zum Aergernis werden; bei Epidemiecn von Keuchhusten sollten alle,Welche husten, während der Ruhr oder der Cholera alle mit Durchfall behafteten aus-geschlossen, und sollten bei diesen letzteren Seuchen die Abtritte wiederholt mit Eisen-vitriol desinficirt werden; auch über andere Uebel, welche durch Gestank (;. B. Fnß-schweiße, Ohrenansflüsse) den Nachbar quälen, wäre mit Eltern und Arzt zu ver-handeln.

Die Aufsicht des Lehrers kann ferner in der Volksschule sehr wohlthatig werden,wenn er ans geeignete Weise die Kinder d. h. ihre Eltern zur Reinlichkeit des Leibesund der Kleider veranlaßt und unsaubere Gewohnheiten unterdrückt. Eine directe hygiei-nische Belehrung ist meistens vorgeschriebcn, sonderbarer Weise bezieht sich dieselbe nichtwie bei der barbarischen Unsauberkeit der niederen Elasten in Stadt und Land zuwünschen wäre, ans die allgemeinsten und darum auch gemeinnützigsten diätetisch-hygiei-nischen Regeln, sondern ans ein obseures Stück der Medicinalpolizei, auf die Verhütungvon Unglücksfällen durch den Genuß wildwachsender Giftpflanzen; will'hierin einiges ge-leistet werden, so wäre vor dem Genüsse aller unbekannten Früchte, Schwämme u. s. w.zu warnen und wären nur die gefährlichen, in der Umgegend wirklich einheimischenGiftpflanzen in frischen Exemplaren, minder gut in treuen colorirtcn Abbildungenvorznzeigen.

Zweckmäßiger würde die Sonntagsschule benutzt, um eine gute, allgemein brauch-bare Vorschrift über die Rettungsmaßregeln bei Scheintodten, Verwundeten und Ver-gifteten unter das Volk zu bringen. I)r. N. Köhler.

Äostst'echncn, s. Nechenunterricht.

Kosthaus, s. Pensionats.

Krankheiten, ansteckende, s. Körperliche Erziehung, Pflichten der Schule.

Krankheiten, psychische der Kinder. Nach Ausschluß des endemischen Blödsinnsin der Form des Cretinismus (s. d. Artikel) und der angeborenen oder frühzeitigerworbenen sporadischen Schwachsinnigkeit verbleiben noch drei Reihen psychischerStörungen, deren Verständnis dem Erzieher nothwendig ist, soll anders eine verkehrteBehandlung solcher Kranken in der Schule und Familie vermieden und soll dem frühe-

Eine unvollständige Zusammenstellung s. bei Kirsch, o?. oit. I. 79 ff.