198 Die Reichstagssession von 1888—89.
doch eine gewisse Gegenseitigkeit provozieren, die auchunsere unabhängige Bewegung in unseren eigenen Kolonienbeeinträchtigen könnte. Das Auswärtige Amt hat schonmehrere Jahre hindurch Gelegenheit gehabt, die Auf-merksamkeit der englischen Negierung auf das mit densonstigen liberalen Grundsätzen der englischen Handels-politik schwer zu vereinbarende Vorgehen der dortigenXiALi- Loinxau)' zu lenken. Die Korrespondenz darüberreißt nicht ab, und ich werde auf die Anregung desHerrn Vorredners gern Gelegenheit nehmen, sie zuerneuern.
Wenn der Herr Vorredner also mir darin sekundierenwollte, daß er in der Presse und — wenn er dort bessereVerbindung hat als ich — namentlich in der englischenPresse Beistand sucht für diese Gelegenheit. EineZeitungsstimme findet dort oft mehr Gehör als die einesauswärtigen Gesandten, von dem man doch annimmt,daß er mehr die eigenen Landesinteressen als wie dieenglischen wahrnimmt. Aber es ist, wie ich eingangsbereits bemerkte, ganz zweifellos, daß sehr viele Eng-länder, alle die nicht der XiZsr Ooiuxan^ angehören,mit unseren kamernner Ländern ein identisches Interessehaben; und wenn dort auf Grund kaufmännischer Be-ziehungen und Korrespondenzen eine Gemeinschaft herge-stellt werden könnte, so können deren Bemühungen aufdie Beihilfe der deutschen Botschaft in England und desAuswärtigen Amts stets mit Sicherheit rechnen, undwir brauchen deshalb die Sache nicht von neuem an-zufangen. Es ist Gegenstand langjähriger Korrespondenzenund Beschwerden unsererseits gewesen, und ich bin demHerrn Vorredner doch dankbar, daß er uns einen neuenAnstoß in der Beziehung gegeben hat.