188 Die Reichstagssession von 1887—88. i'
gesucht habe, um die Gefühle des Reichstags zu übermitteln, undbrachte dem neuen Kaiser ein dreifaches Hoch. Alsdann lieh erdem Danke des Reichstags für die zahlreichen Beileidkund-gebungen fremder Parlamente warme Worte. Dem fügte FürstBismarck seinerseits hinzu:
Meine Herren, es wird mir zur großen Genug-thuung gereichen, wenn ich mich als von Ihnen beauf-tragt betrachten darf, denjenigen fremden Regierungen,deren Volksvertretungen ihre Sympathie, ihr Beileid,ihre Teilnahme bei der Trauer, die uns betroffen hat,kundgegeben haben, den Dank des deutschen Reichstagszu übermitteln. (Bravo!)
Ich weiß nicht, ob ich Ihre Zeit damit in Anspruchnehmen darf, Ihnen oditor anzudeuten, wie ausgedehntdie Beteiligung allein in dieser Richtung gewesen ist.
Ich spreche nicht davon, daß die Deutschen, unsereLandsleute, die sich ja auf jedem, selbst dem wenigstausgedehnten Teile des Festlandes und der Inseln rundum das Weltall angesiedelt haben — ich glaube, ohneAusnahme hierher ihre Sympathien telegraphiert habenmit einer Schnelligkeit, die in früheren Zeiten gar nichtmöglich war. Die zuletzt eingetroffene ist die der Deutschenin Korea. Es sind aber auch aus allen fünf Weltteilen,aus den kleinsten Inseln, aus Ortschaften, die ich, obschonich glaube in der Geographie so bewandert zu sein, wiemein Amt es mit sich bringt, doch mir habe aufsuchenmuffen, rührende Beweise der Teilnahme eingegangen,zum Teil nur in Worten, zum Teil auch zugleich mitdem Bedürfnis von der anderen Hemisphäre, von denAntipoden, daß ihre Sympathien durch hier zu beschaffendeKränze und Palmen auf dem Sarge zum Ausdruck ge-bracht werden sollten.