Beileid der Welt.
189
Etwas in der Geschichte schwerlich Dagewesenes istdie Teilnahme an dem Todesfälle eines Monarchen indieser Ausdehnung. Es sind ja große Männer vorhergestorben, und wenn Napoleon I., wenn Peter der Große,wenn Ludwig XIV. aus diesem Leben schieden, so hatdas gewiß in weiten Kreisen einen Wellenschlag gemacht;daß aber von den Antipoden und von den benachbartenVölkern Kränze und Palmen auf das Grab des ver-storbenen Monarchen gebracht worden sind, das ist einein der Geschichte noch nicht dagewesene Thatsache: sohochgefürstet ist noch kein Monarch gewesen, daß alleVölker der Erde, ohne Ausnahme, ihm beim Hintrittihre Sympathie, ihre Teilnahme, ihr e Trauer am Sargezu erkennen gegeben haben. (Bravo!)
Was nun meinen speziellen Auftrag, den ich vonIhnen übernehme, betrifft, so kann sich der ja nicht analle Staaten der Erde richten; aber ganz besondershervorgetreten sind die Kundgebungen in den uns näherbenachbarten und befreundeten Ländern, wie in Oesterreich-Ungarn — ich darf Ihnen nicht wiederholen, was Siealles aus den öffentlichen Blättern wissen und kennen —,in Italien, in Portugal, in dem Oberhause der Nieder-lande, in Schweden, in Belgien, in Dänemark. DieBeziehungen zu Deutschland haben in Dänemark manchetrübe Erinnerung notwendig hinterlassen müssen; diePersönlichkeit, die aus unserer Mitte geschieden ist, hataber nach allen Seiten hin eine dergestalt heilende undversöhnende Wirkung geübt, daß auch von dort, vonbeiden Häusern der dänischen Vertretung, würdige undsympathische Aeußerungen an das deutsche Volk gelangtsind. (Lebhaftes Bravo.)
Ich bin Ihnen daher, meine Herren, dankbar, wenn