176 Die Reichstagssession von 1887—88.
sich unzugänglicher als irgend eine andere Nation; wirsind aber bemüht, sie zu besänftigen, und wir wolle»nach wie vor den Frieden mit unseren Nachbarn, nament-lich aber mit Rußland suchen. Wenn ich sage: nament-lich mit Rußland, so bin ich der Meinung, daß Frank-reich uns bei diesen Bemühungen keine Sicherheit aufErfolg gewährt, wenngleich ich nicht sagen will, daß esnichts hilft; wir werden nie Händel suchen, wir werdenFrankreich nie angreifen, mir haben in den vielen kleinenVorfällen, die die Neigung unserer Nachbarn, zu spio-nieren und zu bestechen, verursacht hat, immer eine sehrgefällige und freundliche Beilegung herbeigeführt, weilich es für ruchlos halten würde, um solcher Lappalienwillen einen großen nationalen Krieg zu entzünden oderauch nur wahrscheinlich zu machen. Das sind Fälle,wo es heißt: der Vernünftigere giebt nach. (Heiterkeit.Sehr gut!)
Ich nenne also vorzugsweise Rußland, und da habeich dasselbe Vertrauen auf das Gelingen, in welchemich vor einem Jahre gesprochen habe, und welches diesesfreisinnige Blatt hier so fett gedruckt hat, ohne ein Nach-laufen oder, wie ein deutsches Blatt sich roh ausdrückt,„Wettkriechen" vor Rußland! — Die Zeit ist vorbei;um Liebe werben wir nicht mehr, weder in Frankreichnoch in Rußland. (Sehr gut! Lebhaftes Bravo.) Dierussische Presse, die russische öffentliche Meinung hateinem alten mächtigen und zuverlässigen Freunde, derwir waren, die Thür gewiesen; wir drängen uns nichtauf. Wir haben versucht, das alte vertraute Verhältniswieder zu gewinnen, aber wir laufen niemand nach. (All-seitiges Bravo.) Das hält uns aber nicht ab, — imGegenteil, es ist uns ein Sporn mehr, die Vertragsrechte,