Das Bewußtsein der Stärke stimmt friedfertig. 176
glaubt das; er würde beinahe aüfhören, ein brauchbarerSoldat zu sein, wenn er nicht den Krieg wünschte undan seinen Sieg darin glaubte. Wenn unsere Gegneretwa vermuten, daß es die Furcht vor dem Ausgangeist, der uns friedfertig stimmt, dann irren sie sich ganzgewaltig. (Sehr richtig!) Wir glauben ebenso fest auunseren Sieg in gerechter Sache wie irgend ein alls-ländischer Lieutenant in seiner Garnison beim drittenGlase Champagner glauben kann (Heiterkeit), und wirvielleicht mit mehr Sicherheit. Also es ist nicht die Furcht,die uns friedfertig stimmt, sondern gerade das Bewußt-sein unserer Stärke, das Bewußtsein, auch dann, wennwir in einem minder günstigen Augenblicke angegriffenwerden, stark genug zu sein zur Abwehr und doch dieMöglichkeit zu haben, der göttlichen Vorsehung es zuüberlassen, ob sie nicht in der Zwischenzeit doch noch dieNotwendigkeit eines Krieges aus dem Wege räumen wird.
Ich bin also nicht für irgendwelchen Angriffskriegund wenn der Krieg nur durch unseren Angriff entstehenkönnte — Feuer muß von irgend jemandem angelegtwerden, wir werden es nicht anlegen — (Bravo!) nun,weder das Bewußtsein unserer Stärke, wie ich es ebenschilderte, noch das Vertrauen auf unsere Bündnisse wirduns abhalten, unsere bisherigen Bestrebungen, den Friedenüberhaupt zu erhalten, mit dem bisherigen Eifer fort-zusetzen. Wir lassen uns da durch keine Verstimmungleiten und durch keine Abneigung bestimmen. Es ist jaunzweifelhaft, daß die Drohungen und die Beschimpfungen,die Herallsforderungen, die an uns gerichtet worden sind,auch bei uns eine ganz erhebliche und berechtigte Er-bitterung erregt haben (sehr richtig!), und das ist beimDeutschen recht schwer, denn er ist deni Nationalhaß an