Die Reichstagssession von 1887—88.
IVO
Ihrerseits. Indessen der hochselige König war für krie-gerische Unternehmungen nicht geneigt, und das Volkkann ihm dafür nur dankbar sein. Ich war damalsjünger und unerfahrener, als ich heutigen Tages bin.Indessen haben wir immerhin für Olmütz keine Nancünegetragen während des Krimkrieges; wir kamen aus demKrimkriege als Freunde Rußlands heraus, und ich habeiu der Zeit, wo ich Gesandter in Petersburg war, dieFrucht dieser Freundschaft durch eine sehr wohlwollendeAufnahme am Hof und in der Gesellschaft genießenkönnen. Auch unsere Parteinahme für Oesterreich imitalienischen Kriege war nicht nach dem damaligen Ge-schmack des russischen Kabinetts, aber sie hatte keine nach-teilige Rückwirkung. Unser Krieg 1866 wurde eher miteiner gewissen Genugthuung gesehen; man gönnte denOesterreichern das damals in Rußland. Im Jahre 1870in unserem französischen Kriege hatten wir wenigstensnoch die Satisfaktion, gleichzeitig mit unserer Verteidigungund siegreichen Abwehr dem russischen Freund einen Dienstim Schwarzen Meere erweisen zu können. Es wäre dieFreigebung des Schwarzen Meeres durch die Kontrahentenkeineswegs wahrscheinlich gewesen, wenn nicht die deut-schen Truppen siegreich in der Nähe von Paris gestandenHütten. Wenn sie z. B. geschlagen wären, so, glaube ich,wäre der Abschluß des damaligen Londoner Abkommenszu Gunsten Rußlands so leicht nicht gewesen. Also auchder Krieg von anno 70 hinterließ keine Verstimmungzwischen uns und Rußland.
Ich führe diese Thatsachen an, um Ihnen die Genesisdes Vertrags mit Oesterreich darzulegen, der vor wenigTagen publiziert worden ist, und um die Politik SeinerMajestät gegen den Vorwurf zu rechtfertigen, daß sie die