Dis Beziehungen zu Rußland nicht verschlechtert. 143
ja sehr leicht den Anschein, als ob die Anhäufung rus-sischer Truppen, die in der Nähe der deutschen und derösterreichischen Grenzen stattfindet, in Gegenden, wo ihreUnterhaltung teurer und schwieriger ist als im Innerndes Landes, nur von der Absicht eingegeben werdenkönnte, eins der Nachbarländer — saus ckiro: Mro! --mir fehlt gerade der deutsche Ausdruck — unvorbereitetzu überfallen und anzugreifen. Nun, das glaube ichnicht. Einmal liegt es nicht im Charakter des russischenMonarchen und stände mit seinen Aeußerungen in Wider-spruch, und dann würde der Zweck davon ganz außer-ordentlich schwer verständlich sein. Rußland kann keineAbsicht haben, preußische Landesteile zu erobern; ichglaube auch nicht, österreichische. Ich glaube, daß Ruß-land reichlich so viel polnische Unterthanen besitzt, wiees zu haben wünscht, und daß es keine Neigung hat,die Zahl derselben zu vermehren. (Heiterkeit.) Etwasanderes von Oesterreich zu annektieren, wäre nochschwieriger. Es liegt gar kein Grund vor, kein Vorwand,der einen europäischen Monarchen veranlassen könnte,nun ganz plötzlich über seine Nachbarn herzufallen. Undich gehe so weit in meinem Vertrauen, daß ich über-zeugt bin, selbst dann, wenn wir durch irgend eineexplosive Erscheinung in Frankreich, die niemand vorherberechnen kann, und die von der heutigen Regierung inFrankreich sicher nicht beabsichtigt wird — wenn wiruns durch deren Eintreten in einen französischen Kriegverwickelt fänden, daß darauf der russische nicht unmittel-bar folgen würde; umgekehrt, würden wir in einenrussischen Krieg verwickelt, so würde der französische ganzsicher sein; keine französische Negierung würde stark genugsein, ihn zu hindern, auch wenn sie den guten Willen