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16 (1891) Die letzten Zeiten im Amt : 1887 - 1889
Entstehung
Seite
141
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Geringes Gewicht der Presse.

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Wir erwarten von Rußland durchaus weder einenAngriff noch eine feindselige Politik.

Daß dies durch fetten Druck hervorgehoben ist, ist viel-leicht in der Absicht geschehen, mir die Anknüpfungdaran zu erleichtern (Heiterkeit), vielleicht auch in derHoffnung, daß ich inzwischen anderer Meinung gewordensein könnte und heute überzeugt wäre, ich hätte mich indiesem Vertrauen zur russischen Politik vor einem Jahrgeirrt. Das ist nicht der Fall. Die Gründe, die dazuhätten Anlaß geben können, liegen teils in der russischenPresse, teils in den russischen Truppenaufstellungen.

Was die Presse anbelangt, so kann ich der einentscheidendes Gewicht an sich nicht beilegen. Man sagt,in Rußland habe sie mehr zu bedeuten als in Frank-reich. Ich bin gerade umgekehrt der Meinung: in Frank-reich ist die Presse eine Macht, die auf die Entschließungender Regierung einwirkt; in Rußland ist sie das nichtund kann das nicht sein; in beiden Fällen aber ist diePresse für mich Druckerschwärze aus Papier, gegen diewir keinen Krieg führen. Es kann für uns darin eineHerausforderung nicht liegen. Hinter jedem Artikel inder Presse steht doch nur ein einzelner Mensch, der dieFeder geführt hat, um diesen Artikel in die Welt zuschicken; auch in einem russischen Blatt nehmenwir an, es ist ein unabhängiges russisches Blatt, dasmit den französischen geheimen Fonds in Beziehungensteht, ist das vollständig gleichgiltig. Die Feder, dieeinen deutschfeindlichen Artikel darin schreibt, hat an sichniemand hinter sich als den, der sie in der Hand führt,den einzelnen Menschen, der in seinem Arbeitskabinettdiese Elukubration zustande bringt, und den Protektor,den ein russisches Blatt zu haben pflegt, d. h. den mehr