Druckschrift 
16 (1891) Die letzten Zeiten im Amt : 1887 - 1889
Entstehung
Seite
139
Einzelbild herunterladen
 

Ich spreche mit Widerstreben.

139

lich die Aufklärung der eigenen Landsleute und auchdes Auslandes über die Situation fördern, die ja ohnehinsich finden wird. Ich thue es ungern; aber ich fürchte,daß, wenn ich schweigen würde, dann nach den Erwar-tungen, welche sich an die heutige Debatte geknüpft haben,die Beunruhigung in der öffentlichen Meinung, die nervöseStimmung in unserer und der fremden Bevölkerung sicheher steigern als mildern würde. Man würde glauben,daß die Sache so schwierig und so kritisch ist, daß einauswärtiger Minister gar nicht wagte, die Situation zuberühren. Ich spreche deshalb, aber ich kann sagen, mitWiderstreben.

Ich könnte mich darauf beschränken, auf die Aeuße-rungen zu verweisen, die ich von dieser selben Stellevor etwas mehr als Jahr und Tag gethan habe. Eshat sich seitdem in der Situation wenig geändert. Mirist heute ein Zeitungsausschnitt zugegangen, eine Zu-sammenstellung in derFreisinnigen Zeitung", einemBlatte, welches, glaube ich, meinem politischen Freunde,dem Abgeordneten Richter, näher steht als mir (Heiter-keit) ; derselbe könnte einen passenden Anknüpfungsgegen-stand bilden, um daran die weitere Lage zu entwickeln.Ich kann nur ganz allgemein darauf Bezug nehmen, auf dieHauptpunkte, die da angeführt sind mit der Erklärung,daß, wenn die Lage seitdem geändert ist, sie eher zumGuten als zum Schlimmen geändert ist.

Wir hatten Sorgen damals hauptsächlich vor einemAnstoß zum Kriege, der uns von Frankreich her kommenkonnte. Seitdem ist in Frankreich ein friedliebenderPräsident von der Regierung abgetreten, ein friedlieben-der ist ihm gefolgt. Das ist schon ein günstiges Symptom,daß die französische Regierung bei der Anstellung eines