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16 (1891) Die letzten Zeiten im Amt : 1887 - 1889
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Landwehr- und Landsturmgesetz.

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Die praktische Folgerung aus der Erwägung dieser Lage warauf seiten der deutschen Regierung der Entschluß, die nationaleWehrkraft zu drohender Einschärfung des Friedens im äußerstenerreichbaren Umfange aufzubieten. Von dem Reichstag in seinerdamaligen Gestalt ließ sich hierzu, anders als ein Jahr zuvor, eineopferfreudige Mitwirkung ohne weiteres erwarten. Der von derThronrede angekündigte Entwurf eines Landwehr- und Land-sturmgesetzes bezweckte, durch Erhöhung der Dienstpflicht derErsatzreservisten, durch die Bildung einer Landwehr zweiten Auf-gebots und durch die Ausdehnung der Landsturmpflicht dem deutschenHeer im Kriegsfälle eine Halbs Million neuer Streiter zuzuführen.Auf die technischen Einzelheiten des Plaues ist es nicht nötig andieser Stelle einzugehen, da die nachstehende hochpolitische Rededes Reichskanzlers sich nicht näher damit beschäftigt. Wohl aberist zu erwähnen, daß, während die laufenden Kosten der neuenOrganisation in Friedenszeiten äußerst gering angeschlagen wurden,für die Einführung derselben, d. h. für die Beschaffung des zuguter Ausrüstung der älteren Mannschaften, der Landwehr zweitenAufgebots, erforderlichen Materials durch eine weitere Vorlage dieAufnahme einer Anleihe von 278 Millionen Mark gefordert ward.Die erste Lesung des Landwehr- und Landsturmgesetzes fand am16. Dezember 1887 im Reichstage statt. Redner fast aller Frak-tionen, neben den Kartellparteien auch des Zentrums, der Deutsch-freisinnigen und der Welfen sprachen sich mit einziger Aus-nahme des Sozialdemokraten Bebel mehr oder minder warmpatriotisch für die Vorlage aus, die darauf einer Kommission von28 Mitgliedern überwiesen ward. Während diese ihr Geschäft ver-richtete, ließ Fürst Bismarck am 31. Dezember 1887 jene ihm vomZaren zur Verfügung gestellten erdichteten Aktenstücke veröffentlichen.Am 3. Februar 1888 folgte darauf die gleichzeitig im DeutschenReich und in Oesterreich-Ungarn vollzogene Publikation des Defensiv-allianzvertrages beider Mächte vom 7. Oktober 1879. Denn esgalt, Rechtfertigung und Warnung gegenüber aller Welt mit voll-kommener Offenheit für die Sache des Friedens in die Wagschalezu werfen. Demselben Zwecke sollte sodann eine große, schon vor-her in ganz Europa mit Spannung erwartete Rede Bismarcks imReichstage dienen. Daß inzwischen in Frankreich durch die Wahldes besonnenen Carnot zum Präsidenten der Republik eine Be-