130 - Die Reichstagssession vom Frühjahr 1887.
was da geleistet werden kann, wird dadurch gar nichtberührt.
Der Herr Vorredner gab, wenn ich ihn richtig ver-standen habe, ausdrücklich zu, daß auch in dem Küsten-gebiete für die Wissenschaft eine erhebliche Ausbeutegeschaffen werden könnte. Nun handelt es sich, glaubeich, bei unseren von einander abweichenden Standpunktendarum, daß der Herr Vorredner nur die abstrakteWissenschaft, die Regierung aber auch die angewandteWissenschaft fördern will, die Wissenschaft, die sich aufunsere wirtschaftlichen Verhältnisse, auf den Fortschrittunseres Verkehrs in Afrika und der deutschen Kulturdort bezieht. Gerade diese wollen wir in erster Liniepflegen. Ich glaube nicht, daß man vom nationalenStandpunkte aus uns daraus einen Tadel machen kann.
Früher haben sich die Forschungen, wie ich schonerwähnte, auf den Niger und Benue vorzugsweise ge-richtet. Dort haben wir aber nicht diejenige Unterstützungbieten können, die mir den wissenschaftlichen Forschungenin den Gebieten gewähren können, deren Zubehörigkeitzu Deutschland von den übrigen europäischen Nationenanerkannt ist. Die deutsche Forschung am Benue undam Niger hat im günstigsten Falle mit dem toleimripasse der Engländer, im wahrscheinlichen Falle aberauch mit gewissen rivalisierenden englischen Interessenzu kämpfen gehabt; kurz, wir haben dort auf keineandere Unterstützung zu rechnen als diejenige, die derReisende und wissenschaftliche Forscher in sich selbst, inseinen Mitteln und in den Geldern findet, die ihm mit-gegeben werden. Von der Beihilfe einer lokalen Au-torität und überhaupt einer staatlichen Autorität ist dortnicht die Rede; im Gegenteil, nur von Hindernissen.