Wissenschaftliche und nationale Interessen. 131
Ich weiß nicht, welche Ergebnisse die Forschungen imNiger- und Benne-Gebiet für die abstrakte Wissenschaftgehabt haben; für die deutschen nationalen Bestrebungenaber sind sie vollständig fruchtlos gewesen. Der HerrVorredner hat gewissermaßen eine Fälschung der In-tentionen, in welchen diese Ausgabe bewilligt worden ist,darin gefunden, daß dieselbe nicht mehr der abstraktenWissenschaft, sondern der angewandten, derjenigen, diezugleich den deutschen Handels- und deutschen Verkehrs-interessen nützlich sein kann, gewidmet worden sei. Ichfinde darüber keine Vorschrift. Es ist nicht einmal ge-sagt: „Nur das Innere Afrikas", sondern es ist gesagt:„und andere Ländergebiete". Es hätten also diese Fondsnach der Bestimmung, die sie laut Beschluß haben sollten,ebenso gut außerhalb Afrikas verwendet werden können.Ich gehe auf die Sache hier nur des näheren ein, umden Vorwurf zurückzuweisen, als hätte die Regierung sichin ihrer Verwendung nicht streng und genau an denSinn gehalten, in welchem die Mittel bewilligt wordensind, und uni an den Reichstag die Bitte zu richten, indieser Beziehung auch ferner die freie Wahl der Negie-rung bei weiterer Bewilligung von Mitteln nicht be-schränken zu wollen, sondern ausdrücklich dem zuznstimmen,daß diese Forschungeil und die Mittel, durch welche siemöglich gemacht werden, zwar der Wissenschaft gewidmetwerden sollen, dabei aber immer die Rückwirkung derdamit erzielten Resultate auf unsere nationalen Interessenim Auge behalten, womöglich beides verbunden werde.(Bravo! rechts.)
Abgeordneter Virchow bedauerte, daß ihn „der Wahlsiegdes Herrn Reichskanzlers in eine so ungünstige örtliche Lage ge-bracht", daß er sich dem Hause schwer verständlich machen könne.