Druckschrift 
16 (1891) Die letzten Zeiten im Amt : 1887 - 1889
Entstehung
Seite
115
Einzelbild herunterladen
 

Die Negierung kein Vorspann für Privatantrüge. 115

seinem Belieben kommen kann, um die Negierung vorzn-spannen vor seinen Antrag oder aber sie der Gleich-giltigkeit gegen hohe Interessen zu beschuldigen.

Außerdem hatte ich gerade in der jetzigen Zeit dieHoffnung, daß wir zum Frieden mit der päpstlichen Kurieund infolgedessen auch mit dem größeren Teil unsererkatholischen Mitbürger gelangen werden, und ich haltedie jetzige Zeit für sehr übel gewählt für einen solchenErisapfel. Sie haben das schon ans den Kundgebungen,die die Rede des Herrn Vorredners begleiteten, gesehen,daß er weit entfernt ist, das Einverständnis aller seinerevangelischen Mitbürger für sein Auftreten zu haben. Ichglaube nicht, daß weder die evangelische Kirche noch dieMehrzahl ihrer Angehörigen geneigt sein kann, ihre Zu-stimmung zu dem Friedenswerk mit dem Papste, an demwir arbeiten, davon abhängig zu machen, ob der Staatseinerseits in diesem Augenblick der evangelischen Kircheauf Kosten staatlicher Rechte Konzessionen macht. Ichglaube nicht, daß die evangelische Kirche und ihre Mit-glieder gesonnen sind, auf diese Weise einen Kaufpreisvom König und vom Staat dafür zu fordern, daß sie ineiner Lebensfrage des inneren Friedens der Staatsregierungzustimmen. (Sehr richtig!)

Ich habe eine höhere Meinung von Ihnen, ich glaube.Sie werden am Schluß ohne Rücksicht darauf zustimmen.Ich würde es bedauern, wenn aus diesem Grunde, umvom Staate in diesem Momente Rechte zu erpressen,möchte ich sagen, der Beistand irgend eines evangelischenMitbürgers uns bei unseren Bemühungen, zum Friedenmit unseren katholischen Mitbürgern zu gelangen, ent-gehen sollte. Wenn der Herr Vorredner hervorgehoben,daß ich gestern gesagt hätte, wenn friedliebende Katho-