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16 (1891) Die letzten Zeiten im Amt : 1887 - 1889
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Die Landtagssession von 1887.

5. Die evangelische Kirche gegenüber dem Friedenmit Nom.

22. April 1887.

In der 88. Sitzung am 22. April 1887 setzte das Abgeord-netenhaus die erste Beratung der Kirchennovelle fort. Wasam Tage vorher von einem und dem anderen Redner mehr vor-übergehend gestreift worden, das Interesse und die Rechtslage derevangelischen Kirche im Vergleich zu der vorteilhaften Situation,in die der nachgiebige Friedensschluß die katholische Kirche versetzte:das ward nun in den Vordergrund gerückt, zumal durch eine leb-haft andringende Rede des konservativen Abgeordneten Frhr. v.H a m merstein. Derselbe hatte schon im vorigen Jahre, angesichtsder vierten Novelle zur Kirchengesetzgebung, im Abgeordnetenhauseauf Verleihung reicherer Mittel und größerer Selbständigkeit andie evangelische Kirche angetragen, jedoch ohne jeglichen Erfolg;während es gleichzeitig Herrn v. Kleist-Retzow gelungen war,für eine Resolution des nämlichen Inhalts im Herrenhaus am30. Juni 1886 wenigstens eine geringe Mehrheit zu erwärmen.Der letztere brachte daher 1887 zwei spezielle Anträge zur Aus-führung dieser Ideen im Herrenhause ein, die am 18. März zurersten Lesung kamen und an eine Kommission verwiesen wurden.Zugleich schwebte im Abgeordnetenhaus eine Erneuerung des imvorigen Jahre unerledigt gebliebenen Antrages Hammerstein nochimmer gleichsam in der Luft; wie denn die ganze Frage weiteKreise des Protestantismus in Preußen lebhaft erregt hatte. Dadie Tendenz des Antrags auf Emanzipation der evangelischen Kirchevom Staatsregimente ging, an dessen Stelle dann ein unumschränk-tes Walten der geistlichen Organe treten zu müssen schien, so er-blickte die liberale Minderheit der Protestanten in diesen Plänendie Gefahr einer evangelischen Hierarchie. Auch die Regierung aberwollte von einer derartigen kirchlichen Verfassungsänderung nichtshören und hatte sich von den betreffenden Landtagsverhandlungengeflissentlich ferngehalten. Fürst Bismarck insbesondere erblickte indem ganzen Gebaren eine höchst unwillkommene Störung seinesmühseligen Friedensgeschäftes mit der römischen Kirche. Eben deshalb