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16 (1891) Die letzten Zeiten im Amt : 1887 - 1889
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Virchows Utopie.

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daher den Willen Gottes besser kennt als die übrigenund wahrscheinlich auch als der König. Ist der Königzugleich Priester gewesen, dann ist seine Aufgabe um sobequemer gewesen. Aber so lange beide geschieden sind,wird auch der Konflikt zwischen Priestertum und König-tum aus der menschlichen Gesellschaft nicht getilgt sein.Und da hat der Herr Abgeordnete einer wissenschaft-lichen Utopie Ausdruck gegeben. Am allerwenigsten istaber dieses Ziel dadurch zu erreichen, daß man aus-schließlich mit den Staatsgesetzen dekretiert, womit derKatholizismus respektive die anderen Bekenntnisse fürihre dogmatischen und konfessionellen Aufgaben zufriedenzu sein haben. Das erkennen wir an, das Gesetz hatseine Giltigkeit, aber wenn wir es zwangsweise und ohnealle Rücksicht auf die Wünsche der Beteiligten durchführenwollen, so sind wir schließlich zu einem gewaltthätigenVerfahren dauernd genötigt und schaffen den Konfliktals dauernde Institution. Wenn man dem gegenüberden Absolutismus eines republikanischen Konvents unddie Guillotine stellt, so kann man das eine Zeitlanghalten, aber, wie Frankreich gezeigt hat, auf die Dauernicht. Ich wenigstens muß dem Versuch, unsere katho-lischen Landsleute gegen ihren Willen dauernd zu ver-gewaltigen, meine Mitwirkung versagen. (Bravo! imZentrum.)

Ich kann, wenn ich den Staat für angegriffenhalte, defensiv um so schärfer mich auf einen Kampfeinlassen, je schärfer und ungerechter die Waffen sind,mit denen der Angriff gemacht wird. Aber einen Teilunserer Landsleute ihres Bekenntnisses wegen dauerndzu vergewaltigen, das ist ein Ziel, nach dem ich nochniemals gestrebt habe. (Lebhafter Beifall.)