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Die Landtagssession von 1887.
unseren katholischen Mitbürgern zufrieden zu stellen. Wennsie nun das zu ihrer Zufriedenheit Erforderliche bezeichnen,so würde der Sache wenig gedient sein, wenn ich sagenwollte: ihr irrt euch, das braucht ihr nicht. Das Maßdessen, was die friedliebenden, versöhnlichen Katholikenunter diesen wirklich zu gebrauchen glauben, das ist fürmich die Grenze gewesen, bis an die zu gehen ich geneigtbin. Wenn mir Leute, an deren Patriotismus, an derenHingebung für unsere staatlichen Zwecke, an deren An-hänglichkeit an unsere Dynastie, an deren politischerEinsicht ich nicht die mindesten Zweifel habe, — wennmir die sagen: wir brauchen dieses notwendig nach unserenGlaubensartikeln, ja, dann sage ich: ich kann das nichtbeurteilen, aber ich konzediere das, ich will mich bemühen,es euch zu verschaffen, damit ihr zufrieden seid. Esgibt ja unter unfern Landsleuten solche, die ich nichtglaube jemals zufrieden stellen zu können, weil überhauptZufriedenheit nicht der Zustand ist, den sie anstreben.Aber es gibt unter den Katholiken, unter den Unterthanendes Königs von Preußen, Gott sei Dank, eine großeMehrheit, die in den Punkten, an denen, wie sie glaubt,ihr Seelenheil hängt, zufrieden zu stellen ist; aber dieSorte Frieden, welche der Abgeordnete Virchow für diedefinitive erklärt, halte ich für ganz unannehmbar, undich glaube, er befindet sich ebenso auf der Jagd nachdem Ideal, was überhaupt auf dieser Welt nicht zufinden ist. Der Kampf zwischen der Priestergewalt undder Staatsgewalt, ich will sagen, der Königlichen Gewalt,ist uralt und älter als unsere jetzigen Bekenntnisse, undder erste Priester, den es im Menschengeschlecht gegebenhaben wird, wird schon seine Mitmenschen darauf auf-merksam gemacht haben, daß er Gott näher steht und