Was jedem passieren kann.
101
haben auf keine verheerten Gefilde und verlorene Pro-vinzen zu blicken; und ich sage den Herren, die nament-lich dein Papste gegenüber sich auf das Pferd setzen:wir haben so lange gekämpft und uns geopfert undwaren in Gefahr — denen sage ich: was haben sie dennfür Gefahren gehabt, was haben sie für Opfer gebracht?Sie haben große Reden gehalten und starke Reden ge-halten. — (Zuruf: Zwei Jahre Gefängnis!) — Darfich bitten, deutlicher zu reden? Nachher kommt dieseUnterbrechung in das Protokoll, und wenn man nichtdarauf geantwortet hat, so sieht es so ans, als ob mannicht —. Also: zwei Jahre gesessen. Das kommt jaauch vor; im siebenjährigen Krieg haben viele viel längergesessen. Das ist doch nicht ein so großes Opfer, daßSie deshalb verlangen können, daß der Friede der ganzenNation deshalb gestört bleibt, und daß ein hoher Herr,der vor allen Dingen Friedensfürst ist, nun deshalb,weil einer seiner Anhänger zwei Jahre gesessen hat, —was jedem passieren kann — (große Heiterkeit) denKampf fortsetzt. Das zu verlangen ist eine Ueber-treibuug, die mit den Opfern, die Sie durch Fortsetzungdes Kanipfes Ihren Landsleuten auferlegen, in gar keinemVerhältnis steht.
Also, ich glaube: wir können von beiden Seiten,von der protestantischen wie von der katholischen, zufriedensein, wenn es uns jetzt gelingt, zu einem mockns vivomlizu gelangen, ohne damit zu behaupten, daß die Opfer,die wir von beiden Seiten gebracht haben, außer Ver-hältnis stehen zu dem Resultate. Blut hat dieses Resultatnicht gekostet, nur Reden, Schriften und, wie ich aller-dings zu meinem Bedauern höre, Gefängnisstrafen.
Meine Herren, wenn ich mich entschlossen habe,