Druckschrift 
16 (1891) Die letzten Zeiten im Amt : 1887 - 1889
Entstehung
Seite
100
Einzelbild herunterladen
 

100

Die Landtagssession von 1887.

Resultat zu kommen. Und nachdem wir jetzt es endlicherreicht haben, daß wir wenigstens über einen mockusvivendi uns zurzeit verständigt haben, so möchte ich dochan die befreundeten Fraktionen, an die nationalenFraktionen möchte ich sagen, die dringende Bitte richten,die Benutzung dieses guten Moments zum Friedensschluß

— oder wie der Herr Abgeordnete Windthorst sich aus-gedrückt hat: zur Anbahnung des Friedens — das sindWorte, über deren Bedeutung ich hier nicht streiten will

— aber zur Herstellung eines mockws vivoncli dengünstigen Moment nicht zu versäumen und die Negie-rung nicht in die Unmöglichkeit zu setzen, ihn ihrerseits

zu benutzen. Die Herren sollten doch erwägen, daß eine «richtige, den Moment wahrnehmende Politik leichter zustören als zu machen und durchzuführen ist; und ichmöchte Sie bitten, sich nicht dem Gedanken hinzugeben,daß das Resultat, welches hiermit erreicht wird, demBemühen eines 13- oder 14jährigen Kampfes nicht ent-spreche.

Erinnern Sie sich, daß Friedrich der Große densiebenjährigen Krieg mit schweren gewonnenen und ver-lorenen Schlachten, mit Verheerung ganzer Provinzenund mit Eroberung und mit Verlust mancher festenStädte geführt hat und nach siebenjährigen Schlachtenden Frieden auf dem statrw huo unto geschlossen hat.Nichtsdestoweniger war der Hubertusburger Friede einehrenvoller, wenn er auch nur die volle Abwehr des aufPreußen gerichteten Angriffs bestätigte.

In unserem Kampfe ist glücklicherweise kein Blutvergossen, keine Städte sind zerstört worden, es hat nurRedeschlachten gegeben. (Zurufe.) Es ist viel Atemverbraucht und viel Tinte vergossen worden; aber wir