Druckschrift 
16 (1891) Die letzten Zeiten im Amt : 1887 - 1889
Entstehung
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

82

Die Landtagssession von 1887.

Katholiken zu bringen, so viel an mir lag. Von andererSeite ist diese Bestrebung, den Katholiken, den katho-lischen Wählern die Ansichten des Papstes mitzuteilen,nach Möglichkeit gehindert worden, die JacobinischenDepeschen sind verkürzt worden, entstellt worden, undda, wo die Bevölkerung des Landes der deutschen Spracheunkundig war, falsch übersetzt worden. Das alles istvorgekommen, und dem gegenüber hatte die Regierungdie ehrenvolle Aufgabe, die Wahrheit gegen die Lüge zuvertreten. (Bravo! rechts.)

Wenn Herr Richter irgend eine Autorität über sichanerkennte, die ich anrufen könnte gegen die Angriffe,die er und seine Partei auf das Bestehen und den innerenFrieden des Deutschen Reiches richten, — es wäre janatürlich keine geistliche Autorität (Heiterkeit), aber wenner eine solche respektierte — möchte es ein Ausländeroder ein Inländer sein — ich würde mich sicher an denPapst, den Herr Richter anerkennt, wenden, um dessenBeistand anzurufen gegen die subversiven Angriffe, dieseine Fraktion (oho! links) gegen das Bestehen unseresReichs richtet. Aber eine solche Autorität besteht nicht.Die Klerikaldemokratie erkennt eine solche glücklicherweisean, und ich freue mich, daß beide Autoritäten, die welt-liche und die geistliche, im Kampf gegen die Demokratiehier Hand in Hand gehen.

Der Herr Abgeordnete hat von Wahlkunststücken derdiesjährigen Wahlen gesprochen, er hat auch in einemanderen Hause schon gesagt, die ganze Wahl wäre einProdukt der Angst. Wer die meisten Kunststücke bei dieserWahl gemacht hat, diejenigen, die eine althergebrachteRoutine darin haben, oder diejenigen, die als Wähler— der Herr Abgeordnete führte, ich weiß nicht, welche