Druckschrift 
14 (1891) Die Reichstagssession von 1884/85
Entstehung
Seite
458
Einzelbild herunterladen
 

458

Die Reichstagssession von 1884/85.

habe hinreichend zn thnn gehabt. Für einen Menschen,der alt und krank ist wie ich, glaube ich, habe ich in denletzten sieben Jahren, in denen mir der Herr VorrednerTrägheit im Engnetieren vorwirft, hinreichend gearbeitet,wenigstens ebenso viel wie irgend einer, der hier gegen-wärtig ist. Ich habe mehr zu thnn, als ohne Anregungüber alle Fragen und noch einige andre in der WeltEnqueten anstellen zu lassen. Wenn Sie aber diese Frageanregen, — wie ich glaube, unreif und zu früh anregen,so bin ich bereit, diese Enquete anstellen zu lassen undArbeitskräfte anfzuwenden. Aber ehe ich nicht weiß, obdem Arbeiter damit gedient ist, ob er es haben will,würde ich mich nicht dazu verstehen können, im Bnndes-rat die Sache zu befürworten.

Hierauf ward die Verhandlung ohne Beschlus; vertagt und auchfernerhin innerhalb der Session nicht wieder ausgenommen. Obwohldemnach selbst die Enquete nicht eigentlich beschlossen worden, nahmdie Reichsregierung doch eine solche in den folgenden Monaten selb-ständig in die Hand.

18. Zollabkommen mit Spanien; ein weistsches Pro-»nniianiriilo; der „SlntzoU".

l l. Mai 1885.

Die dritte Lesung der Zolltarif Novelle begann in der!18. Sitzung, am 11. Mai 1885. Kurz nachdem die Debatte diePosition „Weizen und Roggen" erreicht Hatto, erhob sich Fürst'Bis-marck zn einer Eröffnung über die mit Spanien eingeleitete Unter-handlung, durch welche diese Macht gegen gewisse Zugeständnisse zumVerzicht auf die ihr gegenüber erfolgte, vertragsmäßig bis zum Juli1887 währende Bindung des bisherigen deutschen Roggenzolls be-wogen worden. Da noch andre, mit dem-Reich in Handelsvertragstehende Mächte durch die Klausel der Meistbegünstigung an dein