Die Gabe der Beredtsamkeit,
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beide Redner, vermöge der Uebertreibung ihrer Gabe, zuüberzeugen, in sehr üble Lagen gekommen sind. Ich sehekein gesetzliches Mittel dagegen, aber das Uebel erkennen,heißt schon ihm teilweise abhelfen, und ich möchte Siedeshalb darauf aufmerksam machen, daß Sie sich dasBeispiel des alten Königs immer gegenwärtig halten,wem: einer mit einer Eloquenz spricht, die so ansgebildetist, daß er eigentlich für andere Geschäfte wenig Zeithaben kann, und obschon er das, was er vorträgt, voll-ständig beherrscht und so beherrschen muß, wie es unr-einer beherrschen kann, der mehrere Wochen hindurchstets über dasselbe Thema öffentlich gesprochen und inZeitungen geschrieben hat. Dann bildet sich eine Sicher-heit in ihm ans, daß er keinen Souffleur braucht; ei-beherrscht seinen Stoff, ihm fällt in der nächsten Wochenoch eine bessere Redewendung ein als in der vorigen;kurz, es tritt das Beispiel ein, das mich in meiner parla-mentarischen Jugend in Erfurt so frappierte, da ich dieRede eines Heidelberger Professors bewunderte und einLandsmann und Fraktionsfreund von ihm mir sagte:Ach, die Rede hätten Sie im vorigen Jahre von ihmhören sollen, da hielt er sie ganz anders, da war ernoch frisch dabei. (Heiterkeit.)
So möchte ich die Ermahnung an Sie richten, inunserem parlamentarischen Leben, wo wir der Zeit nachuns sehr enge gedrängt finden, doch auch mit dieserSchaustellung der Beredtsamkeit weniger Zeit zu ver-lieren als bisher. Dagegen gäbe es vielleicht Mittel,aber ich bin nicht Mitglied und habe kein Recht, sievorzuschlageu.
Ich will hier noch eine einzige Notiz machen, für die ichdem Herr» Abgeordneten Richter eine Berichtigung schulde.