Vorwort Ml elften Dond.
Auch der elfte Bund der parlamentarischen Redendes Fürsten Bismarck, die Jahre 1880—81 umfassend,beschäftigt sich im Wesentlichen mit zwei großen Ausgabender inneren Politik, nämlich der weiteren Ausbildungeines gemäßigten Schutzzollsystems in Verbindung mit derUmgestaltung unseres Stenerwesens durch Einschränkungder direkten Stenern zu Gunsten der indirekten, und fernermit den ersten großartigen Maßnahmen auf dem Gebieteder praktisch sozialen, der Arbeitergesetzgebnng, wie Un-sallsversicherung, Alters- und Jnvalidenversorgung undAehnlichem. Nicht als ob der Reichskanzler nach langerruhmvoller Amtsführung ans persönlicher Vorliebe dieseseinem eigentlichen Ressort fernliegenden Arbeiten auf sichgenommen hätte, er hatte vielmehr ein Recht, das Be-dürfnis nach beschaulicher Einsamkeit zu fühlen und allen-falls nur noch vom Sessel des Abgeordneten aus an derReichs- und Landespolitik sich zu beteiligen. „Ich habegelebt und geliebt", äußerte der damals Sechsundsechzig-jährige halb scherzhaft, halb wehmütig, und ein anderes-mal versicherte er den Reichstag, daß er als Ministernicht an seinem Posten klebe.
Was den alternden Staatsmann damals nach wieder-holten Entlassuugsgesuchen auf diesem Posten festhielt, daswar einmal die Rücksicht aus den greisen Kaiser, den erals gehorsamer Unterthan lind getreuer Lehensmann gegenseinen Willen nicht verlassen konnte, das war ferner undin demselben Maße die Liebe zum Vaterlande, die „saüwpublica, der einzige Kompaß und Polarstern, nach demer allezeit gesteuert." Wie durfte er seine Hand zurück-