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aber ich denke mir, daß ein guter Redner seltenein guter Whistspieler, selten ein guter Schach-spie l e r, noch seltener ein sicherer Staatsmannsein wird. Das gemütliche Element muß beiihm vorherrschen, nicht der Verstand; und ichglaube, daß schon vermöge der physischen Konstitutiondes Menschen es nicht vereint gefunden wird, daß einerzugleich ein guter Redner und ein guter Richter wäre.Ich erinuere au die Aufzählung aller der Eigenschaftenvon Mephisto, des Löwen Muth, des Hirsches Schnellig-keit, es findet sich das nie alles in einem Körper ver-einigt, und so findet sich Beredtsamkeit sehr häufig ineinem den Verstand überwiegend und gefährlich beherrschen-den Maße vor, hinreichend für die urteilslose Menge,die der Herr Abgeordnete Richter vorhin so richtig zitierte,aber ein Mann von kühler Besonnenheit und sicherer,genauer, berechnender Erwägung, dem man die Leitunggroßer, wichtiger Geschäfte gern anvertraut, der kannkaum je ein vollkommener Redner sein. Ob man beiunserer heutigen Kulturentwickelung gegen dieses Nebelder Beredtsamkeit Remedur finden kann, weiß ich nicht,aber es ist schon eine halbe Remedur, wenn mau dasNebel erkennt, und wenn man sich stets das bekannteBeispiel von dem König Friedrich Wilhelm I. vergegen-wärtigt, der zwei Advokaten hintereinander hörte undhinter jeder Ausführung ausrief: „der Kerl — wie ersich uuehrerbietig ausdrückte — hat recht"*), und derdaun gegen die Wirkung der Beredtsamkeit so in Zorngeriet, daß nach der damaligen monarchischen Verfassung
erzählt.
°) Dieselbe Anekdote wird auch von itönig Jakob I. Stuart