l',l! Die Reichstagssession von l88l.
Wenn Sie nicht der Meinung sind, dann sind wir übereinen staatsrechtlichen Grundsatz und über eine Notwendig-keit unseres Staats- und Rechtslebens verschiedener An-sicht, da hilft kein Diskutieren. Ich stelle an den Richterdas Verlangen und halte es für seine Ehrenpflicht, sichparteilos zu halten, während die Ehre eines Regierungs-beamten nicht darunter leidet, wenn er unter Umständenetwas schärfer Partei nimmt, als mit dem guten Ge-schmack verträglich, und deshalb bestätigt es sich vollkommen,daß meiner Ueberzeugung nach die Repression unberech-tigter Einflüsse nach beiden Seiten Bedürfnis ist. DerRichter kommt nicht in die Lage, da er Wahlen nichtleitet, bestimmte Aeußerungen, die ihm durch Zeugen be-stätigt und angegriffen werden können, vor der Wahl-kommissio» zu thun, er kommt aber wohl in die Lage,gewissermaßen als Eideshelfer Kandidaten zur Wahl zubegleiten, so ungefähr wie der Herr Landrat Baumbachals Schatten oder Geist über dem Wahlkandidaten Laskerschwebte. (Heiterkeit.)
Der Abgeordnete Lasker zeigte in seiner Erwiderung eineunverkennbare Empfindlichkeit. Er würde auf das, was der Ab-geordnete Hnnel eine rechte Kleinigkeit genannt, nicht zurückkonnnen,hätte es der Herr Reichskanzler nicht als Haupt- und Staatsaktioneingeführt. Der vielbesprochene Wagen sei, wie es in den betref-fenden Kreisen Sitte sei, von der Deputation der Stadt Sonneberggestellt und der Landrat Baumbach von dieser Deputation nur zu-gleich mit ihm, dem Abgeordneten Lasker, mitgenommen worden.Darauf ein Gewicht legen, heiße Mücken feigen und Kamele ver-schlucken. Uebrigens begreife er nicht, warum der Reichskanzler ihnfeinen verehrten Gegner von alter Zeit genannt habe. Er dürfesich das Zeugnis geben, das; er den Reichskanzler viele Jahre hin-durch in seiner Politik so unterstützt habe, wie gewiß keiner es mitmehr Willen in diesem Hanse getha» habe, ob immer mit gleichgutem Geschick, das möge dahingestellt bleiben. Er sei nicht der