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11 (1889) Die Reichstagssessionen von 1880 - 1881
Entstehung
Seite
55
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lieber Wahlbeeinflnssnngen. s)5

Richter. In dem freien Amerika ist die Ausübung desRichteramts mit der Ausübung der Funktion eines Ab-geordneten unvereinbar. Ich glaube, es wäre sehr nützlich,wenn das bei uns auch so wäre, denn ich bin sehr zweifel-haft, ob bei dem besten Willen ein Richter, bei der Leb-haftigkeit unseres Parteitreibens und — ich kann sagen— auch bei der Parteileidenschaft, mit welcher namentlichdie Führer der einzelnen Parteien ihre politischen Fraktions-ausgaben verfolgen, ob es ihm da bei dem besten Willendem Gegner gegenüber immer möglich sein wird, unpar-teiisch zu sein. Ich habe schon öfter die Anspielung ge-macht, daß ich als Minister mitunter in meinem Lebendie Erfahrung gemacht habe, daß ich vor Gericht nichtmit vollkommen gleichem Maß bemessen werde. Ausandern Gründen als ans politischer Parteiabneigung kanndiese von mir bemerkte Parteilichkeit nicht heroorgehen.Mir ist es daher sehr erwünscht, wenn diese Frage derStellung der Beamten zu den Wahlen weiter urgiertwird, und ich würde das als einen Segen für unsereRichtergemalt und für das Ansehen unserer Richter be-trachten, wenn es möglich wäre, zu erreichen, daß sie vondein Treiben der Parteien gesetzlich ausgeschlossen würden.(Bravo!)

Der Abgeordnete Laster führte darauf etwa aus: „Ich bin mitdem Mitglieds dieses Hauses, dem Herrn Abgeordneten Baumbach, seitsehr vielen Jahren befreundet, schon lange ehe er das Amt einesLnudrats hatte, aus der Zeit, in welcher er noch in Saalfeld wohnte,und wo ich sein Gast zu sein pflegte, wenn ich in den WahlkreislSonneberg-Saalfeld, im Herzogtum Meiningen) ging. Davon hatvielleicht der Herr Reichskanzler keine Kenntnis gehabt. (Fürst Bis-marck: Doch!) Als ich nun bei der vorigen Wahl nach Sonne-berg reiste, um mich den Wählern vorzustellen, hatte ich eine Ein-ladung von dem Herrn Lnndrnt Baumbach erhalten, mit dem ich,