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11 (1889) Die Reichstagssessionen von 1880 - 1881
Entstehung
Seite
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-18! Die Reichstngsscssion von 1881.

erfolgt sind, und Sie werden im Vergleich mit allen andernLändern für die Verträglichkeit der Minister in Deutsch-land ein außerordentlich günstiges Fazit finden. Ich haltealso diese Anspielungen, die auf meine Unverträglichkeitund meine wechselnde Ueberzengnng gemacht worden sind,für völlig unzutreffend.

Ich erlaube mir bei dieser Gelegenheit auf diese inder Presse und auch hier so oft vorkommenden Vorwürfenoch mit einem Worte zurückzukommen, als hätte ichmeine Ansichten über diese oder jene Sache häufig oderschroff gewechselt. Nun, ich gehöre allerdings nicht zudenjenigen, welche jemals im Leben geglaubt haben oderheute glauben, sie könnten nichts mehr lernen, und wennmir einer sagt: vor zwanzig Jahren waren Sie mit mirgleicher Meinung, heute habe ich dieselbe Meinung noch,und Sie haben die entgegengesetzte, so antworte ich ihmdarauf: ja, so klug, wie Sie heute sind, war ich vor zwanzigJahren auch, heute bin ich klüger, ich habe in den zwanzigJahren gelernt. Aber ich will auf den berechtigten Eiu-wand nicht zurückziehen, daß ein Mensch, der nicht lernt,mit seiner Zeit nicht fortschreitet und also auch der Zeitnicht gewachsen bleibt; wer auf dem Standpunkt,den er einmal gehabt hat, feststeht, der bleibtzurück! Ich will mich damit gar nicht entschuldigen;für mich hat immer nur ein einziger Kompaß,ein einziger Polarstern, nach dem ich steuere,bestanden: salus publica! Ich habe von Anfangmeiner Thätigkeit an vielleicht oft rasch und unbesonnengehandelt, aber wenn ich Zeit hatte darüber nachzndenken,mich immer der Frage untergeordnet: was ist für meinVaterland, was ist — so lange ich allein in Preußenwar — für meine Dynastie, und heutzutage, was ist für